Patrick Büchting wollte seinen Kurzfilm „Party Busters“ bei Festivals vorstellen. Doch nun läuft seine Komödie erstmals online beim Filmkreis der TU Darmstadt.
Von Stefan Benz
Kulturredaktion Darmstadt
Sturmfreie Bude: Mit bangem Blick sieht der Sohn (Finn Cosmo Faust) des Hauses der Rückkehr seiner Eltern entgegen, während seine Fete gerade hochkocht. Szene aus dem Kurzfilm „Party Busters“.
(Foto: Cangerfilms)
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DARMSTADT - „Denk an deinen Vater“, sagt die Mutter noch. Dann sind die Eltern aus dem Haus, und der Junior hat endlich sturmfreie Bude. Schon stehen seine feierwütigen Freunde vor der Tür. Doch kaum ist die Party im Gange, fahren die Alten wieder vor. „Mein Vater ist herzkrank“, ruft der Sohn des Hauses noch in die Runde: alle raus! Doch es ist zu spät.
Patrick Büchting (22) hat diese Geschichte als Kurzfilmkomödie „Party Busters“ im fünften Semester seines Bachelor-Studiums Motion Pictures am Dieburger Campus der Hochschule Darmstadt erarbeitet. Normalerweise zeigen sich junge Filmemacher mit solchen Talentproben auf Festivals. Aber was ist in Zeiten der Pandemie schon normal? Viele Filmfestspiele sind abgesagt, einige verschoben, manche werden als verkleinerte Online-Ausgaben präsentiert.
Bevor der studentische Spaß nun im Corona-Chaos untergeht, hat Büchting sein Werk am Donnerstag, 7. Mai, ab 20 Uhr als Vorfilm beim Studentischen Filmkreis der TU Darmstadt im Online-Programm live.filmkreis.de untergebracht. Anschließend läuft „Mackie-Messer – Brechts Dreigroschenfilm“.
„Das wird die offizielle Premiere“, sagt der Regisseur im Gespräch mit dieser Zeitung. Anschließend soll „Party Busters“ auf www.youtube/cangerfilms abrufbar sein: ein boulevardesker Jux mit einem Haufen Partysanen, die sich hinter Türen und in Schränken vor den Eltern verstecken müssen.
So heiter der Film, so vertrackt die Entstehungsgeschichte – auch fast schon filmreif: Da reisen zehn junge Filmemacher zwischen Weihnachten und Silvester 2018 aus Südhessen zum Drehort nach Essen, wo gerade ein Haus mit Achtziger-Inneneinrichtung leersteht. Statisten aus der Umgebung kommen dazu. Es kann losgehen, und dann ist es fast wie im Film: Die Party ist aus, bevor sie richtig angefangen hat. Gleich am ersten Abend ist draußen Schneetreiben, drinnen Stromausfall. Über 17 Stunden hinweg geht nichts mehr. „Wir waren nicht schuld“, beteuert der Darmstädter Jungregisseur Büchting. „Es gab einen Kabelbruch unter der Straßendecke.“ Damit war der Drehplan hinfällig. Und erst drei Monate später hatten alle im Team gemeinsam Zeit und die Wohnung war wieder frei.
Filmemachen heißt es eben: Pläne machen, Pläne verwerfen, Nerven behalten und neue Pläne machen. Das hat Büchting im Bachelor-Studium gelernt, das er mit dem halbstündigen Film „Tesoro – Die Schatzsuche“ abschloss: Es ist die Geschichte von drei jungen Leuten, die den Tod eines Freundes verarbeiten, indem sie sich per GPS-Schnitzeljagd Geocaching in ein Abenteuer stürzen – mit 3000 Euro von der Hessischen Filmförderung unterstützt und auf Mallorca gedreht.
Auch das eine Arbeit, mit der sich Filmstudenten auf Festivals zeigen sollten. Auch hier ist es ungewiss, ob daraus was wird. Noch hat Patrick Büchting, der gerade in Dieburg den Masterstudiengang Führungsaufgaben in der Kreativindustrie angetreten hat, die Hoffnung, sich mit seine Bachelor-Film im Herbst bei einem Filmfest zeigen zu können.