Wanda rockt beim Nachholkonzert in Mannheim

Das letzte Konzert in Mannheim musste die österreichische Indie-Rock-Band Wanda im März nach nur sechs Songs abbrechen, nachdem Sänger Marco Michael Wanda durch einen...

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MANNHEIM. Das letzte Konzert in Mannheim musste die österreichische Indie-Rock-Band Wanda im März nach nur sechs Songs abbrechen, nachdem Sänger Marco Michael Wanda durch einen Stromschlag auf der Bühne im Maimarktclub zusammengebrochen ist. Jetzt kamen 2000 Besucher zum Nachholtermin im Rahmen des zweiten „Zeltfestivals Rhein-Neckar“ ins Palastzelt auf dem Mannheimer Maimarktgelände. Wer noch die Eintrittskarte vom Maimarktclub besaß, durfte jetzt kostenlos ins Zirkuszelt zu den fünf klanggewaltigen Österreichern. Dort herrschte unbändige Wochenendstimmung, vergleichbar mit der Stehplatzkurve eines Fußballstadions. Das Publikum war in bester Feierlaune. Eine wogende Menschenmenge bewegte sich vor der Bühne. Und wenn die Fans lauter sangen als die Band, hielt Wanda kurz inne und hörte mit einem seligen Grinsen den Gesängen zu. Nicht zuletzt beim Hit „Bussi Baby“ waren die Gäste textsicher. Mit einer Welle der Begeisterung trieben sie ihre Lieblingsband an. Zwischendurch legte sich Sänger Marco Michael Wanda (bürgerlich: Michael Fitzthum) auf den Bühnenboden, wo er genüsslich eine Zigarette qualmte, während seine Bandkollegen instrumental weiter rockten. Nach dem 80-minütigen Konzert gab die Austropop-Combo Wanda den begeisterten Fans draußen vor dem Zelt noch bereitwillig Autogramme.

„Es ist ein Riesenakt, dieses Zelt hinzustellen“, verriet der 36-jährige Veranstalter Timo Kumpf. „Wir möchten eine große Bandbreite bieten, von Doro und Hammerfall über Helge Schneider und Fury In The Slaughterhouse bis Sum 41“, erläuterte Kumpf, warum nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr nun erneut das Zeltfestival Rhein-Neckar stattfindet. Und: „Um die Kosten für das weiße Zirkuszelt besser decken zu können.“ Ein solches Zirkuszelt steht auch Ende Juni auf dem deutlich größeren Southside-Festival in Süddeutschland und gehört einer Darmstädter Verleihfirma. Es ist ein tageslichtundurchlässiges rundes Palastzelt mit Spitzen, in dem die Lichteffekte eines Livekonzerts besonders zur Geltung kommen.

Am kommenden Wochenende findet auch das eingeschobene Maifeld-Derby-Festival statt, das bundesweite Aufmerksamkeit erfährt. Besonders der Sonntag, 18. Juni, hat es in sich: Dann treten auf dem Maimarktgelände der Sonic-Youth-Gitarrist Thurston Moore, Primal Scream, Amanda Palmer von den Dresden Dolls und die wiedervereinigten Slowdive auf. Zum Zeltfestival neben dem MVV-Reitstadion kommen Fury In The Slaughterhouse an diesem Mittwoch, 14. Juni, und Helge Schneider am Sonntag, 25. Juni. Darüber hinaus nehmen Fury In The Slaughterhouse einen Abend vor ihrem Zeltauftritt in der Mannheimer Popakademie an einer kostenfreien öffentlichen Podiumsdiskussion teil.