Vor 135 Jahren wurde der Flörsheimer DRK-Ortsverband gegründet

Nicht nur mit Großveranstaltungen vertraut: die DRK-Mannschaft im Jahr 2017.Foto: DRK  Foto: DRK

(red). In diesen Tagen blickt das Flörsheimer Rote Kreuz (DRK) auf eine 135-jährige Geschichte zurück. Im April 1883 als „Krieger-Sanitätscolonne vom Roten Kreuz in...

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FLÖRSHEIM. (red). In diesen Tagen blickt das Flörsheimer Rote Kreuz (DRK) auf eine 135-jährige Geschichte zurück. Im April 1883 als „Krieger-Sanitätscolonne vom Roten Kreuz in Flörsheim“ von einigen, heute unbekannten Männern im Gasthaus „Zum Hirsch“ gegründet, standen von Anfang an die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes im Mittelpunkt. „Die Gründung geschah nach der Idee von Henry Dunant und unter den Grundsätzen Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Medizinische Ausrüstung von Hand hergestellt

Das sind und waren von Anfang an die Leitgedanken des Roten Kreuzes, nach denen unsere Gründer und unsere Kameraden in der Vergangenheit gehandelt haben und nach denen wir immer handeln wollen“, sagte der heutige Vorsitzende Hans-Joachim Freiberg.

Gerade in den Anfangsjahren mussten die Sanitäter mit bescheidenen Mitteln auskommen. Medizinische Ausrüstung wurde von Hand hergestellt. Die Helfer kennzeichnete lediglich eine weiße Mütze und eine Armbinde.

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Im Krieg stand der überwiegende Teil der Kolonne dem Einsatz hinter der Front zur Verfügung. Ein Alarmplan aus den Anfangsjahren unterschied zwischen 21 Mitgliedern, die dauernd im Ort anwesend waren, und 19 weiteren, die zeitweise auswärts oder nur schwer abkömmlich waren. Notfälle mussten beim Postamt gemeldet werden. Von dort wurde die Sanitätskolonne alarmiert.

1907 investierte die Sanitätskolonne in die erste fahrbare Krankentrage, die eine Verbesserung darstellte. Sie war noch bis 1955 im Einsatz.

Als der Erste Weltkrieg im August 1914 ausbrach, wurden die meisten Kolonnenmitglieder eingezogen. Lediglich eine kleine Gruppe von fünf bis sieben Aktiven versah in den Kriegsjahren den Dienst in der Heimat. Im März 1919 nahm die freiwillige Sanitätskolonne ihre normale Arbeit wieder auf. Es gab wieder Erste HilfeLeistungen und Transporte. Fast alle aktiven Helfer wurden zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 eingezogen. Die wenigen in der Heimat verbliebenen schulterten nicht nur die bisherigen Aufgaben des Krankentransports. Zudem betreuten sie die zwölf öffentlichen Luftschutzräume der Gemeinde und organisierten die Breitenausbildung in Erster Hilfe.

Zu Kriegsende stand die Bereitschaft vor dem Nichts. Jahre des Wiederaufbaus folgten. Die soziale Arbeit rückte neben dem Sanitätsdienst in den Fokus der Arbeit. 1951 gründeten Franz Gutjahr und Annegrit Hammer das Jugendrotkreuz. Die Aufgaben der Bereitschaft wurden in den 1970er und 1980er Jahren vielfältiger. Neben dem Krankentransport, der Sozialarbeit und den Blutspendenterminen stemmten die aktiven Roten Kreuz Helfer mehr und mehr wiederkehrende Sanitätsdienste wie den Flörsheimer Fastnachtsumzug, das Weinfest in Wicker oder die Ferienspiele. Auch der Ausbildungsstand verbesserte sich.

Franz-Josef Eckert, heute Geschäftsführer des Ortsvereins, wurde 1978, zum Bereitschaftsführer gewählt.

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Das S-Bahnunglück in Rüsselsheim, bei dem das Flörsheimer DRK am 2. Februar 1990 Hilfe leistet, war Anlass für eine bedeutende Weiterentwicklung des Ortsvereins. „Anlässlich dieses Ereignisses haben wir 1991 die Sondereinsatzgruppe Flörsheim zur Bewältigung von Großschadensfällen gegründet“, erklärt Geschäftsführer Eckert. Mit fünf Einsatzfahrzeugen, dem Hintergrund-Rettungsdienst sowie der Mitarbeit bei der Besetzung des hauptamtlichen Rettungsdienstes in Wicker, der Jugend- und Sozialarbeit und nicht zuletzt den Sanitätsdiensten und der SEG steht das DRK Flörsheim jetzt an der Spitze seiner bisherigen Entwicklung, die in einem Aspekt nun ihr Ende fand. In diesem Jahr hat das DRK zum letzten Mal den Sanitätsdienst beim Flörsheimer Fastnachtszug organisiert.