Rheingau Musik Festival: „Avital meets Avital“ beenden in...

Eine Begegnung unterschiedlicher Stile, funkelndes Gleiten durch Genres – in der Alten Lokhalle in Mainz, einem für derartige Konzerte prädestinierten Ort, zelebrierten...

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MAINZ. Eine Begegnung unterschiedlicher Stile, funkelndes Gleiten durch Genres – in der Alten Lokhalle in Mainz, einem für derartige Konzerte prädestinierten Ort, zelebrierten vier israelische Künstler die Musik des Mittelmeerraums: Der klassische Mandolinist Avi Avital rief vor einigen Jahren mit dem in New York wirkenden Kontrabassisten Omer Avital das Ensemble Avital meets Avital ins Leben. Mit ihnen spielen der Perkussionist Itamar Doari und der Pianist Yonathan Avishai.

Beim Rheingau-Musik-Festival endete ihre laufende Europa Tour. „Sie hören heute das beste Konzert“, sagte Avi Avital. Allein die ungewöhnliche Kombination der Instrumente verspricht besondere Klangkombinationen. Avi Avital glüht für die klassische Mandoline, gab für sein Instrument zahlreiche Kompositionen in Auftrag. Seine Mitstreiter sind in der improvisierten Musik zuhause, Israel hat eine blühende Jazzszene, die orientalische Einflüsse in ihre Stücke aufnimmt.

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Eine pulsierende Komposition Omer Avitals eröffnete das Konzert, gut eingestellt war der Sound – Grenzen verschwimmen im Spiel der Vier: Sie alle entlocken ihren Instrumenten Gesangliches wie Perkussives: So setzte die Mandoline bisweilen rhythmische Akzente, aufs Feinste austariert war die Darbietung Itamar Doaris an seinen diversen Trommeln, von welchen auratische Schwingungen ausgingen. Umwerfend verwoben die beiden Avitals – die übrigens nicht miteinander verwandt sind – peitschend phrasierte Melodien, Omer Avital griff auch zur Oud, der arabischen Laute. Das reiche Erbe der sephardischen Musik ist ein zentraler Bestandteil der Kunst des Quartetts.

„Lonely Girl“ wird von Klavier und gezupften Kontrabasstönen eingeleitet, die Mandoline sandte ein helles Strahlen durch eine mediterrane Nacht. „Ballad for Eli“ ist eine wehmütige Hommage an Omer Avitals Vater.

Blitzschnell ging das Ensemble zu lateinamerikanischen Grooves über. Die jüdische Musik aus dem Jemen wurde in den 1980er Jahren durch die israelische Sängerin Ofra Haza einem breiten Publikum bekannt, auch Avital meets Avital spielen jemenitisch angehauchte, hypnotisierende Stücke. Viele Kompositionen sind ekstatisch, Avi Avital entlockt seiner Mandoline zarte wie aggressive Klänge. Mit marokkanischen Impressionen und einem Lied des Chansonniers Moshe Vilenski endete das Programm, stehende Ovationen für die Avitals, Avishai und Doari.