Reaction-Videos auf Youtube sorgen für mächtig Betrieb

Mit seinem kritischen Video zu Bastian Yotta hat Tim Jacken viele Youtuber zu Reaction-Videos animiert.   Screenshot: Dennis Weber

Stattliche Klickzahlen garantiert: Auf der Suche nach Inhalten setzen viele Content-Creator auf das Kommentieren fremder Videos.

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. Das Internet ist riesig, und Youtube ist in dieser Netzwelt mindestens ein Land, vielleicht sogar ein kleiner Kontinent. Auf die Größe der Videoplattform bin ich zuletzt vor ein paar Wochen mit der Nase gestoßen.

Wohl, weil ich mir ganz gerne Rezo-Videos anschaue, hatte mir da der Algorithmus ein Video seines Ex-Cutters "TJ" Tim Jacken in den Feed gestellt. TJ hat bei seinem damaligen Chef offenbar gut aufgepasst und nimmt in dem Video "Der schlimmste Influencer der Welt - die Zerstörung von Yotta" den Unternehmer und Reality-TV-Teilnehmer (unter anderem 2019 bei der RTL-Show "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" dabei) nach allen Regeln der Rezo-Kunst auseinander. Will heißen: Der gut 18 Minuten lange Film ist mit Musik, verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten und den von Rezo bekannten Quellenangaben aufwendig durchgestylt. Noch bemerkenswerter als den journalistischen Höhenflug des Ex-Cutters finde ich jedoch, worauf ich im Anschluss auf dessen Video gestoßen bin: viele weitere Videos, in denen mal mehr, mal weniger bekannte Youtuber auf das TJ-Video reagieren. "Reaction"-Videos, in denen Youtuber auf ihrem eigenen Kanal Fremdmaterial abspielen, dabei meist deutlich kleiner via Bild im Bild zu sehen sind, das Quellenmaterial immer mal wieder anhalten, um es zu kommentieren, sind jetzt zwar wahrlich nicht neu auf Youtube.

Kommentieren gehört zur Kultur

Dass sich daraus eine derart lebhafte Kultur entwickelt hat, hatte ich bis jetzt aber noch nicht auf dem Schirm. Da "reacten" neben dem stolzen "Papa" Rezo etwa der für Reaction-Videos bekannte Unge, Kuchen TV und viele weitere Youtuber mit stattlicher Abonnentenzahl. Yotta selbst "reacted" zwar nicht, äußert sich zur Kritik aber immerhin in einem eigenen Video.

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TJs Video selbst wurde übrigens fast anderthalb Millionen mal geklickt.