Musik-Laien lernen beim Projekt „Klangstraße“ des...

Mainz Lokales / Klangstrasse im PCK, die Kids der Leibnizschule sangen und tanzten ihr ,,Surf-Lied"Foto: hbz/Harald Linnemann Klangstrasse im PCK  Foto: hbz/Harald Linnemann Klangstrasse im PCK

Die Klangstraße am Peter-Cornelius-Konservatorium hat eine lange Tradition. Vor den Sommerferien können sich Interessierte an allen Instrumenten versuchen um herauszufinden,...

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MAINZ. Die Klangstraße am Peter-Cornelius-Konservatorium hat eine lange Tradition. Vor den Sommerferien können sich Interessierte an allen Instrumenten versuchen um herauszufinden, welches sie begeistern könnte. Vom ersten bis in den dritten Stock dringen aus vielen Räumen unterschiedliche Klänge, die Blechbläser sind schon aus der Ferne deutlich vernehmbar, aber auch die filigraneren Instrumente werden gespielt. In erster Linie finden sich Kinder mit ihren Eltern ein, die Atmosphäre ist ungezwungen. Die Besucher sollen unbekümmert, indes unter kundiger Anleitung, Eindrücke sammeln: Musiklehrer aller Fachrichtungen stehen ihnen zur Seite.

Mainz Lokales / Klangstrasse im PCK, die Kids der Leibnizschule sangen und tanzten ihr ,,Surf-Lied"Foto: hbz/Harald Linnemann Klangstrasse im PCK  Foto: hbz/Harald Linnemann Klangstrasse im PCK
Das Cellotrio Louisa Stürer, Doreen Koch und Katharina Punstein (v.l.) hat sich auch bei der „Klangstraße“ gefunden.Foto: hbz/Harald Linnemann  Foto: hbz/Harald Linnemann

Die Klangstraße wird von einem Ensemble eröffnet, das in kurzer Zeit zusammengewachsen ist. Wie Direktor Gerhard Scholz erzählt, hat das PCK in diesem Falle Neuland betreten: Als die Erwachsenen-Bläserklasse gegründet wurde, war die Bedingung, dass alle Teilnehmer keine musikalischen Vorkenntnisse haben. Die Anwärter sind zwischen 35 und 67 Jahre alt und arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen. Sie nahmen an einer Probe teil, danach wiesen ihnen die Lehrkräfte ihre Instrumente zu. Scholz: „Hier sieht man, dass der Satz ,Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr‘ nicht zutrifft.“

Er habe erwartet, dass die Teilnehmer kindliche Unbefangenheit durch Lebenserfahrung und analytisches Denken ausgleichen könnten, so Scholz. Überrascht habe ihn jedoch, welchen Enthusiasmus sie an den Tag legten. Während der Zuteilung zu den Instrumenten sei eine große Vorfreude spürbar gewesen. Das Projekt ist ein voller Erfolg: Gemeinsam mit seinem Leiter, dem Posaunisten Lutz Glenewinkel, betritt das Ensemble die Bühne, 20 beschwingte Minuten folgen: Mit „La Cucaracha“ beginnt das Programm, afrikanische und karibische Stücke schließen sich an. Mit vollem Klang rollen die Nummern vorwärts. Alle Beteiligten wollen weiter miteinander spielen; im Herbst wird eine neue Erwachsenen-Bläserklasse eröffnet, fast alle Positionen sind bereits besetzt.

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Dozent Lutz Glenewinkel geht nach der Aufführung in seinen Raum und erwartet Gäste: Ein Junge tritt herein. „Du siehst schon so professionell aus“, begrüßt ihn Glenewinkel. „Ich habe einmal Trompete gespielt“, erwidert der Besucher – jetzt geht es also an die Posaune: Erste kraftvolle Töne entlockt der Junge einem Plastikinstrument, dann nimmt er eine echte Posaune zur Hand, diese klingt freilich schöner. Von der Erwachsenen-Bläserklasse ist Glenewinkel sehr angetan, das Konservatorium öffne sich verstärkt volljährigen Schülern, sagt er.

Lehrerin Kathrin Mayer hat für die Kinder einen Blickfang mitgebracht: Ein Fagott – in Tigerentenfarben. Dozentin Ulrike Schaeffer stellt ihren jungen Gästen das Cello vor – erst wird gestrichen, dann auch gegriffen. Über den ganzen Nachmittag musizieren Gruppen aus Mainzer Schulen im Konzertsaal.