„Es macht einen stolz, dazugehört zu haben“
17.01.2012 - RÜSSELSHEIM/LEIPZIG
HOCKEY-EM RRK-Kapitänin Eva Frank eifert ihrem Vater Tobias nach
Die 16. Hallenhockey-Europameisterschaft hat auch der 15. Auserwählten aus den Reihen des Rüsselsheimer RK Glück und Edelmetall beschert: Eva Frank, 23 Jahre alte Spiel- und Sturmführerin des heimischen Bundesligisten, bekam am Sonntag in der proppenvollen Arena Leipzig die Goldmedaille um den Hals gehängt. Vorausgegangen war ein extrem spannendes Finale nebst krönendem Siebenmeterkrimi gegen Weißrussland, den die zwölfköpfige DHB-Auswahl von Juniorinnen-Bundestrainer Marc Herbert (Hamburg) letztlich 3:2 für sich entschied. Nur für die RRK-Abgesandten Marja Busch (1996/Silber) und Lotta Hof (2009/Bronze) hatte es nicht zu EM-Gold gereicht. Am Tag nach dem größten Erfolg in Franks bisheriger internationaler Laufbahn sprachen wir mit der Biologiestudentin aus Mainz.
Frau Frank - sind Sie mit der EM-Goldmedaille am Ziel Ihrer Träume angelangt?
Das ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, denn ich würde mich schon gerne auch auf dem Feld noch durchsetzen. Aber das schmälert den Erfolg keinesfalls, denn es war auf alle Fälle ein super Erlebnis. In eigener Halle vor mehr als 5000 Zuschauern zu spielen und den Titel zu holen, war echt der Wahnsinn.
Sie haben in der Vorrunde gegen Tschechien und Spanien jeweils ein Tor erzielt, gegen Polen und im Endspiel aber jeweils einen Siebenmeter neben das Tor gesetzt. Wie fällt die persönliche Bilanz der drei Tage in der Arena Leipzig aus?
Insgesamt war das sicherlich positiv. Ich bin zufrieden, auch wenn es vielleicht nicht ‚das Turnier‘ für mich war. Und wenn man am Ende den Titel geholt hat, vergisst man auch mal die eine oder andere weniger gute Szene. Als ich im Finale beim 0:2 den Siebenmeter verschoss, wäre ich am liebsten im Erdboden versunken. Aber wir hatten alle Aufs und Abs und mit Sicherheit im Halbfinale beim 4:1 gegen die Niederlande den meisten Spaß.
Euer Weiterkommen und letztlich den 14. Titel habt Ihr auch den Tschechinnen zu verdanken, die Spanien ein 4:4 abtrotzten und damit ihren ersten Punkt holten. Habt Ihr Euch erkenntlich gezeigt?
Das war kein Thema. Wir haben nur auf der Tribüne gesessen und die Daumen gedrückt. Dass wir bei einem spanischen Sieg mit zwei Toren Unterschied ausgeschieden wären, war mit gar nicht bewusst.
Spielt es für Sie eine Rolle, dass die meisten EM-Siegerinnen wohl nicht zum Kader gehört hätten, wenn nicht nahezu zeitgleich die Vorbereitung auf die Champions Trophy in Argentinien angelaufen wäre?
Während des Turniers hat niemand von uns daran gedacht. Wir hatten auch so ein Superteam und man freut sich einfach. Und es macht einen stolz, dazugehört zu haben, denn es hätten ja auch andere nominiert werden können. Bei mir kommt hinzu, dass die Halle ja bislang nie so mein Ding war, was sich jetzt doch ziemlich verändert hat.
Die deutschen Herren konnten im Anschluss den 13. EM-Triumph feiern. Wurde es ein langer Abend in Leipzig?
Eigentlich nicht. Wir haben noch so ein, zwei Stunden in der Halle gefeiert, aber dann hatten die meisten ja schon die Züge nach Hause gebucht. Ich bin mit meinem Bruder im Auto zurückgefahren, werde aber heute Abend noch mal in Mainz mit Freunden feiern. In die Uni muss ich erst am Mittwoch wieder.
