Conrads Wille beeindruckt
24.01.2012 - RÜSSELSHEIM/POTSDAM
NACHGEFRAGT JCR-Coach Andreas Esper verordnet dem DM-Zweiten nun erst mal Ruhe
(itz). Andreas Esper verordnete seinem Schützling erstmal eins: Ruhe. Schon auf der Rückfahrt aus Potsdam am späten Sonntagabend sollte Frank Conrad die geprellte Schulter schonen, und auch in dieser Woche wird der frisch gebackene DM-Zweite in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm pausieren. Schließlich hat Conrad eine intensive Saison vor sich: Der 25-Jährige wird künftig in der Bundesliga für den Titelmitfavoriten JC Ettlingen auf Punktejagd gehen. Esper und der heimische Judo-Club Rüsselsheim müssen in der Zweiten Liga ohne Conrad auskommen.
Bei den deutschen Einzelmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Potsdam feierte Conrad seine Silbermedaille wiederum in den JCR-Farben. Trotz lädierter Schulter hatte er sich bis ins Finale vorgekämpft. „Das war vor allem eine beeindruckende Willensleistung“, befindet Esper, Trainer der Rüsselsheimer Judoka. „Schade, dass er dann im Endkampf aufgrund der Verletzung nicht mehr annähernd sein wahres Leistungsvermögen abrufen konnte“, bedauert Esper. Conrad unterlag dem Abensberger Sebastian Seidl vorzeitig. „Es war schon eine harte Meisterschaft für uns. Unterm Strich können wir und er deshalb zufrieden sein“, zog Esper gestern Bilanz. Conrads Teilnahme hatte bis zuletzt auf der Kippe gestanden.
Florian Germroth wiederum hatte passen müssen - der DM-Zweite von 2009 bis 90 Kilogramm hatte sich ebenfalls in der Vorwoche verletzt und wurde am Ellbogen operiert. Folge: Germroth fällt wohl drei Monate aus. Riccarda Rau, im Vorjahr DM-Dritte bis 52 Kilogramm, konnte ob ihrer Examensprüfungen nicht antreten. Der in Rüsselsheim lebende JCR-Bundesliga-Kämpfer Nicolas Wachter (Saarlouis) blieb laut Esper unter seinen Möglichkeiten und schied genauso in der ersten Runde aus wie sein Vereins- und WG-Kollege Tobias Schirra (beide bis 73 kg). Schirra war an JCR-Routiner Manuel Müller gescheitert.
Dass es für Müller, Bronzemedaillengewinner 2011, diesmal „nur“ zu Rang sieben reichte, lag für Esper auch an der Auslosung: „Er hatte wirklich harte Gegner. Und die beiden verlorenen Duelle standen auf Messers Schneide - die hätten auch zu Manus Gunsten ausgehen können.“ So stand also letztlich für Barbara Bandel (bis 70 kg) die zweite Medaille zu Buche: Die in Rüsselsheim wohnende Polizei-Studentin holte Bronze. „Im Halbfinale unterlag sie mit Laura Vargas-Koch aus Berlin leider ausgerechnet einer direkten Konkurrentin in der Nationalmannschaft“, sagt Esper. Schon in zweieinhalb Wochen kann Bandel (Speyer) beim Weltcup in Budapest Revanche nehmen. Conrad wiederum wird den Europacup am Wochenende im belgischen Visé absagen. „Der Fokus liegt nun für ihn auf der Ende März beginnenden Bundesliga-Runde“, so Esper.
