Funsport: BMX-Freestyler beeindrucken mit X-up und Bunny Hop
28.12.2010 - MAINZ
Von Sabine Nadarzinski
Als ich sehe, welche Kunststücke die BMX-Freestylefahrer auf ihren zwei 20-Zoll-Rädern vollbringen, kann ich nur staunen. Beeindruckt schaue ich zu, wie sie ihr Rad beherrschen, durch die Halfpipe fahren, über Erdhügel springen und Tricks in der Luft machen. Jedes Mal kommen sie auf zwei Rädern auf, niemand stürzt, niemand scheint Angst zu haben. Nur ich bekomme langsam Angst. Wer hatte nur die Idee, jede Sportart auch selbst auszuprobieren?
Aksel von Gruenewaldt, 26 Jahre alt, fährt seit vielen Jahren BMX. „Das ist mehr als Zeitvertreib, das ist ein Lebensgefühl.“ Für die meisten Fahrer geht es nicht um Wettbewerb, für sie ist es Lifestyle. Sie treffen sich in Halle 5 am Mainzer Zollhafen und fahren stundenlang gemeinsam. „Das ist ein Gemeinschaftserlebnis“, sagt der 26-Jährige, „ein Treffpunkt für junge Leute.“
Die Tricks variieren zwischen X-up (Drehung des Lenkers im Flug um 180 Grad ohne dabei loszulassen), One-Eighty (Drehung in der Luft um 180 Grad um die eigene Achse) oder auch der Bunny Hop (man springt zuerst mit dem Vorderrad, dann mit dem Hinterrad vom Boden ab und ist danach mit beiden Rädern in der Luft). „Sieht einer von den Jungs einen Trick, den er noch nicht ausführen kann, fragt er die anderen, wie es geht.“ Danach wird solange geübt, bis der Trick klappt.
Dass das Verletzungsrisiko höher ist, als bei manch anderer Sportart, bestätigt von Gruenewaldt – aus eigener Erfahrung. „Ich lag auch schon mit einem angebrochenen Halswirbel im Krankenhaus“, sagt der Student. In den meisten Fällen sind es aber „nur“ Knochbrüche und Platzwunden. „Beim Fahren muss man den Kopf ausschalten, du darfst nicht daran denken, was passieren könnte.“
Ich bekomme Helm und Knieschoner. „Bei Anfängern wären Handgelenksschoner auch nicht schlecht, aber die besitze ich nicht“, sagt von Gruenewaldt – sehr beruhigend. Also steige ich auf das BMX-Rad und lasse mir von dem 26-Jährigen erklären, wie der Bunny Hop funktioniert. Doch leichter gesagt, als getan. Es ist gar nicht so einfach, dass Vorderrad nach oben zu bekommen, geschweige, dass sich das Hinterrad vom Boden abhebt. Ich kann mich auch nicht überwinden, mit mehr Rücklage das Vorderrad nach oben zu ziehen. Denn als Anfänger kann ich nicht einschätzen, wie das Rad reagiert. Mir fehlt einfach der Mut und ich breche meinen Versuch ab.
