ABSCHIEDSSPIEL Der dreimalige Hockey-Weltmeister Oliver Domke sagt mit vier Toren servus
(kri). Es war kurz vor halb acht, als eine bemerkenswerte Hockey-Karriere am 12. Juni ihren Schlussakkord erlebte: Oliver Domke bekam die Trillerpfeife vom Schiedsrichter überreicht und beendete höchstpersönlich das Abschiedsspiel, das der Rüsselsheimer RK zu Ehren seines drei maligen Weltmeisters und Rekordnationalspielers am Sommerdamm organisiert hatte. „Ich hoffe, ihr habt alle Spaß gehabt. Es sind ja schließlich auch ein paar Tore gefallen“, richtete der 34-Jährige die Worte an die gut 150 Zuschauer, die den letzten Auftritt des einstigen Weltklassestürmers in einer Aktivenmannschaft sehen wollten.
Und das Kommen sollte sich trotz einiger weniger Regentropfen und stetig sinkender Temperaturen lohnen. 10:10 (5:4) endete das kurzweilige Kräftemessen zwischen dem aktuellen Erstligakader des Ruderklubs und einer sogenannten All-Stars-Auswahl, in der sich neben einigen Altgedienten - darunter Abteilungsleiter Martin Müller - und Mitspielern aus Domkes ersten Aktivenjahren auch etliche Teamkollegen eingefunden hatten, die inzwischen woanders dem Hartplastikball hinterher jagen. Insbesondere die Region Hamburg war stark vertreten: Neben Torhüter Nico Jacobi (Uhlenhorster HC) hatte es auch Konstantin Rentrop, Julian Hofmann-Jeckel (Club an der Alster) und Sven Wohlfahrt (Großflottbeker THGC) aus diesem Anlass in die Heimat gezogen.
Naheliegend, dass der Mann des Abends beim Abschied (Domke: „Da sich das über vier Jahre hingezogen hat und ich schon öfter aufhören wollte, kommen kaum sentimentale Gefühle auf“) noch einmal das tun durfte, was ihn in den 17 Jahren in der ersten Mannschaft ausgezeichnet hatte: Aufs Tor schießen. Nach einem Treffer in der ersten Halbzeit für seine aktuellen Teamkollegen, mit denen er sich vor Wochenfrist über den Verbleib in der Bundesliga freuen konnte, versenkte „Olli D.“ im zweiten Abschnitt das Runde noch drei weitere Male für das All-Star-Team im Eckigen - darunter zwei Kracher mit der argentinischen Rückhand.
Geschenke gab's natürlich auch: Abteilungsleiter Müller, der vor dem Anpfiff noch einmal Domkes Vereinstreue hervorgehoben hatte, übergab einen Bildband und ein Getränkepräsent. Die Mannschaft hatte ebenfalls ein großes Bild mit spektakulären Domke-Szenen zusammengestellt und überreichte zudem einen Reisegutschein auf die Zugspitze. „Wer Wandern als ein Hobby hat, sollte auch mal auf dem höchsten Berg Deutschlands gewesen sein“, so Mannschaftskapitän Mirco Fuchs.
Ein originelles Mitbringsel hatte zudem ein RRK-Schiedsrichter des Abschiedsspiels parat: Walter Isselhard übergab Olli Domke einen Satz Strafkarten, verziert mit den Konterfeis von drei „Lieb- lings“-Unparteiischen des künftigen Seniorenhockeyspielers. Speziell Letzteres erscheint noch immer schwer vorstellbar...
