Kramp bangt um Maiworm und Tsakas
05.11.2010 - RHEIN-MAIN
SPVGG. AMÖNEBURG Tabellenführer erwartet Karadeniz / Bischofsheim 07 muss runter von Wolke sieben
(bu). Wenn in den hessischen Fußball-Klassen der November anbricht, heißt das für die Kicker alle Jahre wieder, eine halbe Stunde früher auf dem Sportplatz zum Treffpunkt zu erscheinen, denn angestoßen wird dann generell um 14.30 Uhr. Trotzdem klingelt es häufiger in den Mannschaftskassen, weil der ein oder andere Spieler den vorgezogenen Spielbeginn einfach nicht auf dem Radar hat. In Hochheim kann das an diesem Wochenende allerdings nicht passieren, da die dortigen Teams aufgrund des Hochheimer Marktes ihre Partien verlegt haben.
In der Gruppenliga Darmstadt empfängt Verfolger VfB Ginsheim derweil die zweite Mannschaft von Rot-Weiß Darmstadt. Alles andere als ein Dreier der Platzherren wäre schon eine Überraschung, doch VfB-Coach Holger Kurth wird sein Team schon vor dem Gegner warnen. Die Rot-Weißen kommen zwar mit der drittschlechtesten Abwehr (42 Gegentore), besitzen aber gleichzeitig den drittbesten Sturm der Liga.
In der Kreisoberliga Wiesbaden läuft es derzeit für Tabellenführer Spvgg. Amöneburg bestens. Nun gilt es, die Spitzenposition am Sonntag im letzten Hinrundenspiel gegen die SKG Karadeniz zu verteidigen. „Das wird ein harter Kampf“, erwartet Amöneburgs Trainer Gert Kramp gegen junge und spielfreudige Türken ein Geduldsspiel. Erschwerend kommt hinzu, dass bis Sonntag unklar bleibt, ob die angeschlagenen Stützen Benny Maiworm und Dimi Tsakas auflaufen können. Unabhängig davon gehen die Überlegungen an der Kaiserbrücke schon ein bisschen in Richtung Gruppenliga. Der Aufstieg wäre für den Verein ein gewaltiger Schritt, das will gut überlegt sein. „Aber“, sagt Kramp, „Wir können das den Spielern nicht verwehren, wenn sie es sportlich erreichen sollten.“ Dennoch weiß Kramp natürlich genau, dass so mancher Kreisoberliga-Meister eine Etage höher grandios scheiterte (siehe Germania Wiesbaden) und nach dem Abstieg Probleme bekam.
Bis das Thema Aufstieg allerdings konkret wird, gehen noch ein paar Monate ins Land. Jetzt zählt zunächst nur Karadeniz. „Gegen den Spitzenreiter legen sich alle mächtig ins Zeug“, stellt Kramp seine Jungs auf einen topmotivierten Gegner ein. Druck verspürt der Coach indes nicht: „Wir haben uns keinen Stress gemacht als wir 13. waren, wir machen uns auch als Erster keinen.“
Aufsteiger Kastel 46 kann ebenfalls stressfrei auflaufen. Das Team von Coach Andreas Tittler hat sich Mittelfeld etabliert und will am Sonntag bei der Germania an der Waldstraße den nächsten Dreier einfahren. Der Wiesbadener Traditionsklub muss den Rücktritt von Spielertrainer Robert Bilic verkraften und sollte für die 46er zu packen sein. Eine ungleich schwierigere Aufgabe erwartet den SV Kostheim 12 beim Tabellendritten FC Maroc. Die spielfreudigen Nordafrikaner haben sich zu einem Titelanwärter gemausert und dürften nur mit einer kämpferischen Glanzleistung zu packen sein.
In der A-Liga Wiesbaden peilt die auf Rang drei postierte SG Italia/Rhein-Main nach dem kampflosen Dreier vom vergangenen Wochenende den nächsten Erfolg an. Der sollte gegen Biebrich 19 absolut machbar sein.
Die SV 07 Bischofsheim sorgte derweil am letzten Spieltag der Kreisoberliga Darmstadt/Groß-Gerau für Aufsehen, als das Team dem souveränen Tabellenführer Mörfelden die erste Saisonniederlage beibrachte. SVB-Trainer Ludwig Anspach wird nun alle Hände voll zu tun haben, um seine Mannen vor dem Match gegen Schlusslich SKV Büttelborn wieder von Wolke sieben herunterzuholen. Undankbarer könnte die Aufgabe am Sonntag nicht sein. Dennoch wäre alles andere als ein Bischofsheimer Sieg eine herbe Enttäuschung.
