Von Detlef Volk
STROMKABEL ÜWG ersetzt alte Nakley-Leitungen in Astheim
Wie eine große schwarze Schlange bewegt sich das neue Stromkabel durch den ausgehobenen Graben. In Astheim haben vor einigen Tagen die Arbeiten zur teilweisen Erneuerung des Stromnetzes begonnen. Das vorhandene „Nakley-Kabel“ im Niederspannungsnetz wird vom Netzbetreiber Überlandwerk Groß-Gerau (ÜWG) ersetzt.
Das Nakley-Kabel in Astheim wurde 1967 verlegt und sei etwas störanfällig, wie ÜWG-Pressesprecher Marc André Glöckner erklärt. Dieser Kabeltyp wurde bis Ende der 1960er Jahre verlegt. Bereits durch leichte Druckstellen am Kabel könne Feuchtigkeit eindringen, was dann zu einem Kurzschluss führen könne, ergänzt Projektleiter Jan Schulze. Als „Verteilernetzbetreiber“ für Trebur sei das ÜWG für den reibungslosen Betrieb und die Sicherheit verantwortlich. Deshalb würden, immer in Absprache mit der Kommune, nach und nach die alten Kabel erneuert. Manchmal könne sich dabei anderen Bauarbeiten angeschlossen werden, sagt Glöckner.
Zusammen mit dem Austausch des 400 Volt Niederspannungskabels werden auch neue Kabelverteilerschränke aufgestellt und 18 Hausanschlüsse ausgetauscht. Weil das vorhandene Gehwegpflaster nicht mehr verwendet werden kann, wird es ebenfalls durchs ÜWG ersetzt.
Bei den Arbeiten wird immer eine Straßenseite abgearbeitet. Die Anwohner wurden allgemein über eine Pressemitteilung und persönlich per Brief über die Arbeiten informiert. Die Zugänge und die Zufahrten können dabei weiter benutzt werden. Im ausgehobenen Graben wird erst ein Stahlseil verlegt. Daran wird dann das dicke, vieradrige neue Kabel befestigt und durch die Straße gezogen.
Ist das Kabel verlegt, wird es angeschlossen und überprüft. Erst danach wird das alte Kabel abgetrennt, herausgenommen und entsorgt. In Astheim werden bis Ende des Jahres die Kabel in den Straßen Im Hollerbusch, Schweriner Straße, Stettiner Straße, Königsberger Straße, Kettelerstraße, Lessingstraße, Goethestraße, Karlsbader Straße, Brückenweg und Berliner Straße ausgetauscht. Es werden etwa 2 200 Meter Kabel verlegt.
Die Maßnahme kostet einschließlich der Gehwegerneuerung 450 000 Euro. Das neue Kabel hat eine VPE-Isolierung (vernetzter Polyethylen-Kunststoff), ist längswasserdicht und widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse. Etwa alle 30 bis 40 Jahre müssen die Kabel erneuert werden.
Mit dem neuen Kabel wird die Versorgungssicherheit für die Stromkunden erhöht, erklärt Schulze. Das wird mit der Umstrukturierung der Verteilung erreicht. So werden mehr Verteilerkästen gesetzt, die jeweils für weniger Hausanschlüsse zuständig sind. Fiel früher ein Verteilerkasten aus, war die ganze Straße betroffen. Jetzt sollen es nur noch wenige Häuser sein, die dann relativ schnell durch Umschaltung wieder ans Stromnetz kommen sollen.
