Von Detlef Volk
Prof. Dr. Johannes Ohlert organisiert Veranstaltungen für "Astronomie Stiftung Trebur"
TREBUR. Wenn am Freitag Prof. Dr. Johannes Ohlert in der Treburer Sternwarte den Referenten zum Vortrag über "Astroteilchenphysik" begrüßt, kann er selbst ein Jubiläum feiern. Es ist der 150. Vortrag, den er für die "Astronomie Stiftung Trebur" organisiert hat.
Begonnen hatte alles 1991 in Rüsselsheim. Zusammen mit den "Sternenfreunden" und der Volkshochschule war in die Max-Planck-Schule eingeladen worden. Damals hatte Dr. Michael Sarconder, stellvertretender Leiter des Planetariums Mannheim, über die "Reise in die Unendlichkeit" gesprochen.
Mit den Vorträgen soll einerseits das Interesse an der Astronomie geweckt werden. Andererseits sollen bereits interessierte Zuhörer über neue Entwicklungen informiert werden, erzählt Ohlert. Inzwischen habe ein Wandel bei den Inhalten stattgefunden. "Wir versuchen, junge Astronomen mit ihren Fachgebieten herzuholen", erzählt er weiter. In den Vorträgen kann so der aktuelle Forschungsstand widergespiegelt werden.
Die Kontakte zu den Kollegen knüpft Johannes Ohlert meist auf Tagungen. Wenn er nicht als Sprecher der "Astronomie Stiftung Trebur" unterwegs ist, arbeitet er an der Fachhochschule Gießen-Friedberg als Diplom-Physiker. Die Fachgebiete des Prof. Dr. rer. nat. Ohlert sind Experimentalphysik und Astrophysik.
Mit der Gründung der Astronomie-Stiftung wurden die Vorträge dann ab 2001 in die Treburer Fichtenstraße 7 ins "Michael-Adrian Observatorium" verlegt. Die Kooperation mit Rüsselsheim besteht aber weiter. So gibt es acht Vorträge in Trebur und vier in Rüsselsheim. Immer am dritten Freitag im Monat um 20 Uhr und immer kostenlos, wie Ohlert betont.
Inzwischen haben 9750 Zuhörer die Vorträge besucht, was einem Durchschnitt von 65 Menschen entspricht. Die niedrigste Zuhörerzahl lag bei 33, die meisten Zuhörer gab es im Oktober 1992 mit 139. Da kam der Vortragsraum an seine Kapazitätsgrenze, erinnert sich Ohlert. Üblicherweise dauern die Referate rund 90 Minuten, um noch eine kleine Diskussionsrunde zu ermöglichen. Ein Vortrag über die Relativitätstheorie ist ihm da besonders in Erinnerung. Der Referent hatte sich an keine Zeitvorgaben gehalten und seinen Vortrag erst um 1.15 Uhr beendet - immerhin 25 Zuhörer waren bis zum Schluss geblieben...
Die Vorträge sollen immer so aufgebaut sein, dass sowohl der interessierte Laie, als auch Experten auf ihre Kosten kommen. "Das ist immer ein Spagat, der manchmal gelingt und manchmal nicht", sagt Ohlert.
Am Freitag wird diesen Spagat Dr. Christian Spiering vom Deutschen Elektronensynchroton in Zeuthen mit seinem Vortrag über "Astroteilchenphysik - ein Forschungsgebiet im Aufbruch" wagen.
