Ära Treburs als Königshof beleuchtet
03.09.2010 - TREBUR
Von Detlef Volk
PFALZ-ZEIT Veranstaltungsreihe soll Geschichte erlebbar machen
Aus der ursprünglichen Planung der „Gesellschaft Heimat und Geschichte Trebur“ für eine Ausstellung über den Königshof hat sich eine ganze „Pfalz-Zeit“ entwickelt. Los geht es am Donnerstag, 14. Oktober, um 18 Uhr im Rathaus mit der Eröffnung der Veranstaltungsreihe. Der vorerst letzte Vortrag ist am 24. November 2011 in der Sternwarte angesetzt. Aus der Diskussion um die Pfalz-Ausstellung (Eröffnung am Sonntag, 17. Oktober, 14 Uhr im Museum) habe sich das „Unternehmen Pfalz-Zeit“ entwickelt, erklärte Alfred Körbel bei der Vorstellung der Reihe im Rathaus.
Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht die große Vergangenheit Treburs als Königshof (Pfalz) in der Zeit von der urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 829 bis zur Verpfändung des Reichsdorfes 1248 an neue Herren. Während dieser Zeit gab es keine Hauptstadt des Königreiches, sondern die Herrscher reisten mit ihrem Tross durchs Land. Über 419 Jahre lang war Trebur solch ein Herrschersitz. „Bedeutend ja, aber einer von vielen“, fasst Körbel zusammen.
Leider sei wenig sichtbare Bausubstanz aus dieser Zeit vorhanden, bedauert Körbel. Als Überbleibsel gilt aber die Laurentiuskirche, die auf den Resten der Pfalz erbaut wurde. Dafür seien viele Bodendenkmäler und historische Urkunden vorhanden, erläutert Körbel. In wissenschaftlichen Forschungen fand die Treburer Pfalz-Zeit ebenfalls Niederschlag. Die gesammelten Erkenntnisse gelte es nun bekannt und sichtbar zu machen. Äußeres Zeichen dafür ist ein vom Geinsheimer Künstler und Designer Pedro Warnke entworfenes Logo, das unter den Hinweisschildern zur Deutschen Fachwerkstraße angebracht werden soll.
Insgesamt wurden 23 Veranstaltungen für die „Pfalz-Zeit“ geplant, die in allen Ortsteilen stattfinden sollen. Dabei wurde Wert auf ein breites Spektrum gelegt. Es gibt nicht nur Vorträge, die Ausstellung und Führungen, auch Lesungen und ein Konzert sind geplant. „Diese Vielfalt ist erforderlich, um die Veranstaltung am Leben zu erhalten“, sagt Körbel. Die „Pfalz-Zeit“ solle kein Strohfeuer, sondern eine Gemeinschaftsleistung sein. An den „Pfalz-Zeit-Donnerstagen“ wird es jeweils um 20 Uhr an verschiedenen Orten Veranstaltungen geben. Die erste findet am 4. November in der Laurentiuskirche zum Thema „Zur Archäologie des Reisekönigtums: Pfalzen des Frühmittelalters im Rhein-Main-Gebiet“ mit Holger Grewe statt. Einmal im Monat samstags wird um 14 Uhr am Museum zu Pfalzführungen gestartet. Das genaue Programm wird gerade gedruckt, erklärt Körbel.
Auf der Internetseite des Vereins und im Museum wird zudem eine Animation zu den verschiedenen Bauphasen der Laurentiuskirche zu sehen sein, die von Markus Zwittmeier erstellt wurde. „Wir wollen Geschichte erlebbar machen“, sagt er. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen soll kostenlos möglich sein, verspricht Vorsitzender Wolfgang Kraft. Er erinnert auch an die Fünf-Tages-Fahrt nach Canossa von Donnerstag, 23. September, an. Die „Pfalz-Zeit“ sei auch Werbung für Trebur als Wirtschaftsstandort. „Wir werden uns vom typischen Bauernmuseum verabschieden, davon gibt es schon zu viele“, betont er. Das sieht auch Bürgermeister Jürgen Arnold (parteilos) so, der die Schirmherrschaft übernommen hat. „Diese Arbeit von Heimat und Geschichte kommt positiv zurück“, lobt er.
