Leihgaben für Berliner Universität
25.06.2010 - ASTHEIM
EUGEN-SCHENKEL-STIFTUNG Wissenschaftliche Untersuchung von Handelswegen
(dev). Die Eugen-Schenkel-Stiftung bleibt weiterhin eine Fundgrube für wissenschaftliche Untersuchungen. Mit der Leihgabe von 142 Roheisensteine ans Institut für Prähistorische Archäologie an der Freien Universität (FU) in Berlin sollen nun in einem Pilotprojekt steinzeitliche Handelswege untersucht werden.
Die Lehrbeauftragte der FU Berlin im Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaft, Dr. Kirsten Gebhard, hat die Steine in Astheim abgeholt. Sie kennt seit vielen Jahren die Arbeit von Eugen Schenkel. Die Funde des Heimatforschers und Hobbyarchäologen werden seit einigen Jahren von der nach ihm benannten Stiftung verwaltet und katalogisiert.
Bereits vor 20 Jahren hatte Dr. Gebhard im Rahmen ihrer Doktorarbeit auf Funde von Schenkel zurückgegriffen und das vorgeschichtliche Material aus der Steinzeit aufgearbeitet. Von rund 250 Bildtafeln in der Doktorarbeit zeigten rund die Hälfte Funde aus dem Großraum Trebur, erzählt Stiftungs-Geschäftsführer Armin Weber.
Nun hat die Lehrbeauftragte den Kontakt zur Schenkel-Stiftung für ein Pilotprojekt genutzt. Dabei soll untersucht werden, ob es in der Jung- und Frühsteinzeit Handels- und Lagertechniken gab. Während dieser Epoche hatten Menschen gerade die Viehzucht entwickelt, über Handelsbeziehungen sei kaum etwas bekannt.
Der Roteisenstein („Hämatit“) wurde zermahlen unter anderem als Farbei zur Verzierung von Bandkeramik genutzt. Wichtig dabei ist, dass der Stein in der näheren Umgebung nicht vorkommt, erläutert Weber. Mit entsprechenden Analysen wollen die Forscher nun herausfinden, wo die Steine herkommen. Werden solche Verbindungen gefunden, könne sich daraus ein größeres Forschungsprojekt entwickeln. Bei der Untersuchung der Steine sind auch Mineralogen des Kompetenzzentrums für Archeometrie vom römisch-germanischen Zentralmuseum in Mainz beteiligt, ergänzt Raphael Corlett. Der junge Mann absolviert gerade ein Praktikum in der Stiftung.
Die Stiftung erhalte immer wieder Anfragen zu Funden für wissenschaftliche Untersuchungen, sagt Weber. Durch die Archivierung und Erfassung könnten Anfragen bereits im Vorfeld mit Beschreibung und Bildern der Fundstücke beantwortet werden. „Früher mussten die Archäologen dafür nach Astheim kommen“, erzählt Weber. Im Keller von Eugen Schenkel wurden sich dann die Funde angesehen. Der „Keller von Eugen Schenkel“ sei so etwas wie ein stehender Begriff unter den Archäologen, schmunzelt Weber.
