Von Detlef Volk
STRASSENBELEUCHTUNG Pilotversuch des Überlandwerkes mit LED-Lampen am Treburer Rathaus
Eine bessere Ausleuchtung mit weniger Lampen und nur noch der Hälfte des Energieverbrauches: Beim Pilotprojekt des Überlandwerkes Groß-Gerau (ÜWG) am Treburer Rathaus scheint alles optimal zu funktionieren. Das Pilotprojekt wurde am Dienstag offiziell im Rathaus vorgestellt.
Das ÜWG betreibt für Trebur - wie auch für andere Kommunen im Kreis Groß-Gerau - seit vielen Jahrzehnten die Straßenbeleuchtung. Dabei werde immer nach einer verbesserten Energieeffizienz gesucht, sagte Geschäftsführer Heribert Braun. Seit einigen Jahren werde im gesamten Kreis die Straßenbeleuchtung auf umweltfreundliche und kostensparende Leuchtmittel umgestellt. Dabei werden nach und nach die alten Quecksilberdampflampen ausgebaut und durch neuere, gelb leuchtende Natriumhochdrucklampen ersetzt. Die alten Lampen mit ihrem weißen Licht machen nur noch rund 18 Prozent der Leuchtkörper aus, sagte Braun.
Auf ganz neue Technik wird nun beim Pilotprojekt am Treburer Rathaus gesetzt. Hier werden erste Erfahrungen mit Leuchtdioden (LED) im innerstädtischen Bereich gesammelt. "Wir glauben, dieser Technik gehört die Zukunft", sagte Braun. Im regulären Betrieb sollen nun Leuchtkraft, Wartungsanfall und Zuverlässigkeit getestet werden. Dazu wurden 25 Quecksilberdampflampen mit je 60 Watt durch 13 LED-Lampen mit jeweils 49 Watt ersetzt. Der Austausch der Lampen erfolgt für die Gemeinde kostenlos, ist im Wartungsvertrag enthalten.
Dafür kann Bürgermeister Jürgen Arnold (parteilos) jetzt kräftig an den Stromkosten sparen. Die alten Lampen brauchten im Jahr 6150 Kilowattstunden (kWh). Bei den LED-Lampen wird jetzt mit einem Verbrauch von 2624 kWh pro Jahr gerechnet.
Die LEDs ersparen der Gemeinde somit rund 3526 kWh und einen CO2-Ausstoß von etwa einer Tonne im Jahr. Die Lebensdauer pro Lampe hat vorher 12000 Betriebsstunden betragen, die LEDs sollen bis zu 60000 Betriebsstunden halten. Insgesamt betreut das Überlandwerk derzeit im Kreis 12344 Leuchten, 1618 davon in der Gemeinde Trebur. Der Strom für die Straßenbeleuchtung ist seit einigen Jahren 100-prozentiger Ökostrom, betont Braun.
Das Pilotprojekt am Rathaus soll aber nicht nur die technische Seite erkunden. Ebenso wichtig ist dem ÜWG die Akzeptanz in der Bevölkerung. Die neuen Lampen strahlen ein kühleres Licht aus und sind in Trebur mit blauen Lichtstrahlen auf den Boden aufgepeppt.
Die Rückmeldungen beim ÜWG und beim Bürgermeister seien bisher nur positiv. Obwohl die Zahl der Lampen fast halbiert wurde, sei die Ausleuchtung der Wege besser. Positiv äußerte sich auch Gemeindevertretervorsteher Horst Staengle, der vor allem die Finanzen der Gemeinde im Blick hat. In Raunheim und Stockstadt sollen demnächst weitere Pilotprojekte mit Lampen anderer Hersteller durchgeführt werden.
