ORTSTERMIN Ausschuss unterstützt großen Plan für Umgehungsstraße in Trebur nicht
(dev). Der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Energie der Regionalversammlung Südhessen hat gestern bei seinem Ortstermin in Trebur nicht über den Abweichungsantrag der Gemeinde zum Regionalplan für den Bau der Umgehungsstraße abgestimmt. Die große Variante wird vom Ausschuss nicht unterstützt, eine neue Variante soll gesucht werden.
Seit 36 Jahren laufen die Planungen für eine Umgehungsstraße für Trebur, erklärte Bürgermeister Jürgen Arnold (parteilos). Seit 2001 wurden die Aktivitäten verstärkt, 2004 wurden verschiedene Trassen untersucht. Von der Planungsbehörde beim Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt wurde die weiteste Streckenführung als einzig durchführbar bezeichnet. Hier sei der Einfluss auf das FFH-Schutzgebiet in den Schwarzbachauen am geringsten. Außerdem sei die kurze Variante durch ihre Ausführung rund eine Million Euro günstiger, so der Verkehrsplaner.
Wolfgang Dörr vom Ortsbauernverband Trebur erläuterte die von der Landwirtschaft favorisierte Trasse, die näher am Ortsrand entlang führt. Die Landwirte wehren sich gegen die große Umgehungstrasse, da hier zu viel gutes Ackerland verbraucht werde. Sie fordern die Untersuchung dieser "optimierten Variante".
Diese Variante führt zwischen Ortsrand und den ersten Häusern im Außenbereich um Trebur herum. Laut Aussage der Oberen Naturschutzbehörde bedeute diese Variante einen "erheblichen Eingriff" in das Schutzgebiet, im Gegensatz zur weitesten Variante.
Der Pappelwald sei 60 Jahre alt und werde bald zusammenbrechen, sagt Dörr. Er zweifelt deshalb den Nutzen für den Naturschutz an.
Vertreter der Oberen Naturschutzbehörde beim RP betonten, auch der alte Pappelbestand sei ökologisch wertvoll. Der Wald müsse erhalten bleiben. Deshalb werde die weiteste Variante favorisiert, die das FFH-Gebiet an der schmalsten Stelle durchschneidet.
Im Ausschuss sorgten vor allem die unterschiedlichen Auffassungen von Oberer und Unterer Naturschutzbehörde für Irritationen. Die Untere Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung hat sich für die Variante der Landwirtschaft ausgesprochen.
"Wir haben uns mit der vorgelegten Variante nicht wohlgefühlt", erklärte Ausschussmitglied Peter Engemann (FDP). Der Ortstermin habe doch für Aufklärung gesorgt. Er sprach sich deutlich dafür aus, die noch nicht untersuchte Variante jetzt genauer zu prüfen. Engemann zweifelte auch das Verkehrsgutachten an. Es sei zu vermuten, dass bei der weitesten Variante doch wieder der Weg mitten durch Trebur gesucht werde, sagt er.
"Das ist ein Beispiel dafür, wie sich der Naturschutz ad absurdum führt", so Engemann. Statt ein nicht standortgerechtes Pappelwäldchen zu queren, sollen vier Kilometer mehr Umgehungsstraße mit wesentlich mehr Flächenverbrauch gebaut werden.
Gerald Kummer (SPD) betonte die Eigenständigkeit der Regionalversammlung. Der gesunde Menschenverstand lasse nur die kurze, optimierte Variante zu, entgegen der Stellungnahme der Fachbehörde. Pappeln hätten in einer Alt-Neckarschlinge gar nichts zu suchen, sprach er dem Pappelwäldchen seine Bedeutung ab. Eine Einschätzung, die auch weitere Mitglieder im Ausschuss teilen.

Hausaufgaben richtig machen
Als Mitglied der Bürgerinitiative Trebur möchte ich zu Ihrem Artikel" Suche nach neuer Variante" Stellung beziehen.
Auch ich wohnte diesem aussergewöhnlichem öffentlichem Termin der Ortbegehung bei.
Richtig gestellt muß in Ihrem Artikel stehen, dass die kurze Ortsnahe Trasse 1 Millionen Euro teurer ist als die lange Trasse. Das beruht darauf, dass eine längere Brückenquerung und mehr Schallschutz benötigt wird.Dies wurde auch im Rathaus von dem Ingieneursbüro erläutert.Es sind auch keine 4 Kilometer mehr,die für die lange Trasse benötigt werden. Hier handelt es sich richtiger Weise um 800 Meter. Das ist ein Gesamtflächenverbrauch von 2 Hektar für diese Lange Variante. Laut Schreiben vom Regierungsministerium Darmstadt ist durch diesen Mehrverbrauch auch keine Existens der Landwirtschaft bedroht.
Eine erneute Untersuchung der kurzen Trasse macht aus unserer Sicht auch keinen Sinn, da dies schon auf über 120 Seiten ausgeführt wurde. Diese Kurze Trasse ist im Vorfeld schon zum Scheitern verurteilt, da hier der Eingriff in das Flora,Fauna-Habbitat Alt-Neckar-Schlinge EU Recht ist, das in Brüssel keine Chance hat durchzukommen.
Nach den Lärmschutzuntersuchungen macht es auch keinen Sinn, die Bürger in der unmittelbaren Ortsnähe der kurzen Trasse damit zur Aufruhr zu bewegen. Leider mußten wir am Ende dieser Sitzung feststellen, das hier wieder mal Endscheidungen getroffen wurden, von Leuten die sich nicht mal ausgiebig mit dem Sachverhalt beschäftigt haben, Ortsfremd sind und am Schluss wieder mal keine Nägel mit Köpfen machten.
Jeder der hohen Herren hat verlauten lassen, das die Ortsumgehung gebraucht wird, aber das es jetzt mal beschleunigt vorwärts geht scheitert daran, das man sich untereinander nicht einig ist.
Damit wurde der Ball unserem Bürgermeister zurückgespielt.
Dieser machte unmissverständlich klar,das die erneuten Kosten für ein sinnloses Gutachten wieder die Gemeinde tragen muß.
Leider waren wir so blauäugig und glaubten das alles reibungslos läuft.Die Realität hat uns eingeholt, so das wir wieder mehr von uns hören lassen werden