Von Alexandra Dehne
In einem Mehrfamilienhaus in Haßloch-Nord hat es heftig gebrannt. Passanten hatten aus dem Dachstuhl des im Volksmund auch als „große Banane“ bekannten Gebäudes in der Lenbachstraße Flammen schlagen sehen und um 12.10 Uhr die Feuerwehr alarmiert, wie Feuerwehrchef Thomas Meudt gegenüber der „Main-Spitze“ erläuterte. Als die Feuerwehr eintraf, hätten die Lattenverschläge im ausgebauten Dachboden, den die Bewohner ähnlich wie einen Keller nutzen können, lichterloh gebrannt. Sowohl die Bewohner dieses Hauses in der Nummer 21 als auch der zwei unmittelbar angrenzenden Hausnummern 19 und 23 wurden vorsichtshalber aus ihren Wohnungen evakuiert, verletzt wurde nach Angaben der Einsatzkräfte glücklicherweise niemand.
Wege für die Feuerwehr versperrt
Den Brand im Dachboden habe man auf dem Weg durch das Treppenhaus rasch unter Kontrolle gehabt, so Meudt. Durch die Lattung hatte das Feuer jedoch über das Seitendach auf die Dachspitze übergegriffen und sich über die Isolierung weiter vorwärts gearbeitet. Hier kamen die Einsatzkräfte aufgrund der Isolierung und Betonbauweise von innen nicht heran. Daher musste über zwei Drehleitern gelöscht werden, was sich aber als schwierig erwies, da die Wehr nicht nah genug an das Haus heranfahren konnte, um die Drehleiter auf dem Dach zu positionieren. Die Gewobau, der das vierstöckige Gebäude gehört, ist nämlich gerade dabei, eine Feuerwehrzufahrt zu bauen, die es bisher nicht gab.
Erst dieser Tage sei die Zufahrt ausgekoffert worden, wie Torsten Regenstein, stellvertretender Geschäftsführer der Gewobau, erläuterte. Auf diesen weichen Untergrund konnte die Feuerwehr mit ihren schweren Fahrzeugen nicht fahren. Somit zogen sich die Löscharbeiten bis gegen 15 Uhr hin und auch die Dächer der beiden benachbarten Häuser wurden beschädigt. Sowohl auf der Seite an der Ecke Lenbachstraße, Lucas-Cranach-Straße als auch auf der Innenhofseite in der Feuerbachstraße schlugen immer wieder lichterloh Flammen aus der Dachkante auf.
Schaden auf über 100.000 Euro gschätzt
Die genaue Schadenssumme ist noch nicht beziffert, Meudt schätzt aber über 100.000 Euro. Denn auch das Treppenhaus müsse neu gemacht werden. Immerhin ist es der Feuerwehr durch den frühzeitigen Einsatz von Lüftern gelungen, dass die Wohnungen nicht durch Rauch in Mitleidenschaft gezogen wurden. Alle Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Abteilung „soziales Management“ der Gewobau war vorsorglich am Einsatzort, ebenso die beiden Geschäftsführer Michael Hampel und Torsten Regenstein sowie Oberbürgermeister Stefan Gieltowski, die allesamt aus einer Aufsichtsratsitzung der Gewobau in die Lenbachstraße geeilt waren.
Thomas Meudt schätzt, dass die Brandursache vermutlich nicht zu klären sein wird, die Kriminalpolizei wolle morgen die Ermittlungen aufnehmen. Die Gewobau hatte erst um Weihnachten vergangenen Jahres die umfänglichen Sanierungsarbeiten von rund 2,4 Millionen Euro an der „großen Banane“ abgeschlossen. Unter anderem wurden das Dach und die Fenster komplett erneuert, zudem neue Balkone an das 1963 errichtete Gebäude angebaut. Das Außengelände sollte jetzt fertig gestellt werden, wozu auch die Feuerwehrzufahrt zählt. Feuerwehrchef Meudt sah diesen Brand als Beispiel dafür, wie wichtig eine Zufahrt sei. Die Gewobau hat bereits an verschiedenen ihrer Gebäude solche Zufahrten geschaffen.
