KÖBELHALLE Linke wehren sich gegen Abriss / Falsche Aussagen bei Sportvereinen?
(rs). Wenige Tage vor dem Entscheid der Kommunalpolitiker über die Zukunft der Walter-Köbel-Halle, der am kommenden Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung ansteht, haben die Linken/Liste Solidarität mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion ein Zeichen für deren Erhaltung gesetzt. Sie hängten gut sichtbar ein großes Transparent an der Stirnseite der Sporthalle an der Adam-
Opel-Straße auf. Außerdem veranstalteten sie direkt davor eine Pressekonferenz.
Entgegen der Mehrheitsmeinung im Parlament sprechen sich die Linken für eine Erhaltung der Einrichtung aus und wollen dazu kurz vor Schluss nun auch noch einen Antrag zur Einbeziehung des Denkmalbeirates stellen. Es handele sich hier nämlich um einen "wichtigen architektonischen Identifikationspunkt", stellte der Stadtverordnete Karl-Heinz Schneckenberger fest.
Die Linken betrachten das ganze Verfahren, das sich um Sanierung oder Neubau der Köbelhalle rankt, sehr kritisch. So sind ihrer Meinung nach die Sportvereine unter Druck gesetzt, außerdem mit - so Heinz-Jürgen Krug - "falschen Aussagen" bedacht worden: Zunächst sei von einem halben Jahr Ausfall die Rede gewesen, dann von zwei. Auch bei den angenommenen Sanierungskosten habe es plötzlich nach Erstellung eines neuen Gutachtens eine Steigerung von 11,2 auf 17,5 Millionen gegeben. "Nicht nachvollziehbar", so beurteilt Schneckenberger die Berechnungen in der Vorlage von Stadträtin Silke Klinger.
Er ist wie die übrigen Mitglieder seiner Partei der Ansicht, dass man sukzessive einige Verbesserungen, zum Beispiel am Brandschutz, vornehmen, auf die dicke Dämmung aber verzichten könne, weil sie das Bild zerstöre und kaum Einsparungen bringe. Außerdem, so Schneckenberger, habe die Stadt eigentlich weder für Renovierung noch für Neubau derzeit das Geld. Die Köbelhalle habe jetzt 40 Jahre sicher benutzt werden können, da könne man es auch noch weiter mit ihr aushalten und müsse nicht wegen einiger neuer Vorschriften gleich mit Schließung drohen.
