Lass laufen: Rüsselsheimer Kanalisation ist Regenmassen gewachsen
03.09.2010 - RÜSSELSHEIM
Von Ralf Schuster
In den Nachrichten hört man in letzter Zeit verstärkt von Starkregenereignissen, die in Städten und Gemeinden für Straßenüberschwemmungen und Wasserschäden sorgen. In Rüsselsheim bestehe aber keine Sorge, dass es zu so etwas kommen könnte, betont das städtische Tiefbauamt: Die meisten betroffenen Städte liegen in hügeligen Regionen mit kleinen Flüssen und Bächen. Dieser entscheidende Risikofaktor sei in Rüsselsheim nicht gegeben.
40 Millionen Euro investiert
In den letzten zwei Jahrzehnten habe die Stadt Rüsselsheim rund 40 Millionen Euro in das Abwassernetz investiert, um die Leistungsfähigkeit und die Hochwassersicherheit entscheidend zu verbessern. Als Beispiele werden der Neubau der Hauptsammler in der Adam Opel Straße, der Königstädter Straße, der Alte Kirchstraße, der Wilhelm Sturmfels Straße und im Rugbyring genannt, die mit einem Durchmesser von 1,60 oder sogar zwei Metern große Abflusskapazitäten zur Verfügung stellen. „Überflutungen, wie sie früher zum Beispiel einmal in der Böllensee-Siedlung auftraten, gehören nach dem Ausbau der Kanalisation heute der Vergangenheit an“, versichert Tiefbauamts-Chef Wolfgang Hübner.
Es wurden auch fünf große Pumpstationen gebaut, darunter zwei besonders aufwändige in der Mainstraße und an der Festung. Diese hätten neben der Ableitung der anfallenden Schmutzwässer zur Kläranlage die Aufgabe, bei Mainhochwasser und gleichzeitigen Regenereignissen das anfallende Regenwasser in den Main zu fördern. „Ein Rückstau von Mainwasser in die städtische Kanalisation wird dadurch selbst bei höchsten Mainhochwässern unterbunden“, betont Hübner unserer Zeitung gegenüber.
Die jetzige Kanalisation in Rüsselsheim sei in der Lage, auch größere Starkregenereignisse aufzunehmen und schadfrei abzuleiten. Allerdings könne eine Kanalisation nicht für alle jemals auftretenden Regenereignisse ausgelegt werden. Somit werden auch in der Opelstadt immer einmal wieder Regengüsse auftreten können, die zeitlich und räumlich begrenzt zu Überflutungen im Straßenbereich führen. Hier sei einfach auch das Gebot der Wirtschaftlichkeit bei der Auslegung einer Kanalisation zu beachten, so der Amtsleiter.
Weitere Sanierungen nötig
Die Kanalisation in Rüsselsheim gelte jetzt als ausreichend dimensioniert und entspreche den bemessungstechnischen Anforderungen. Unabhängig davon sind jedoch laufend Sanierungen an alten Kanälen, der älteste hat das Baujahr 1910, und an in die Jahre gekommenen Pumpstationen vorzunehmen. Als neuralgische Punkte innerhalb des Kanal- und Straßennetzes, die häufiger einmal von Überflutungen betroffen sind, werden die Unterführungen wie die des Rugbyrings unter der Bahn genannt. Hier stellen aber zumeist nicht der Kanal, sondern die Straßeneinläufe, die bei Unwettern mit Laub und Ästen bedeckt sind und somit das anfallende Regenwasser nicht aufnehmen können, das Problem dar.
Bezüglich des Hochwasserschutzes wird von Hübner darauf verwiesen, dass dieser in Verbindung mit dem kürzlich sanierten Maindamm und den neu ausgestalteten Dammtoren in der Mainstraße und der Dammgasse jederzeit gewährleistet sei. Außerdem finden regelmäßig Hochwasserschutzübungen rund um den Fluss statt.
