Fahrzeuge der Zukunft: Opel stellt auf Tagung in Rüsselsheim Wassertoffauto vor
02.09.2010 - RÜSSELSHEIM
Von Christian Struck
Die Zukunft kommt auf leisen Sohlen: Fast geräuschlos fährt der Opel „Hydrogen4“ auf dem Betriebsgelände des Rüsselsheimer Werks vor. Der Andrang zu den Probefahrten im Wasserstoffauto war groß am Donnerstag im Opel-Forum. Die Wasserstoff- und BrennzelleninitiativeHessen (H2BZ) hatte zu einer Tagung über das Thema „Elektromobilität“ geladen. Knapp 120 Besucher waren der Einladung gefolgt und erlebten verschiedene Workshops und zahlreiche Vorträge zur Elektromobilität.
"Überragender" Zuspruch für Tagung
„Wir veranstalten diese Tagung nun schon zum zweiten Mal, nachdem die erste völlig ausgebucht war“, sagte Alexander Bracht vom Projektträger „Hessen Agentur“. Man sei froh, dass alle Referenten den Zusatztermin wahrgenommen hätten, so Bracht. Der Zuspruch der Teilnehmer sei überragend. Dies bestätige das öffentliche Interesse am Thema Elektromobilität. Unter den Referenten waren beispielsweise Vertreter des Fraunhofer-Instituts oder der Adam Opel GmbH. Inhaltlich beschäftigten sich die Vorträge überwiegend mit der Frage, wie man die Speicherkapazität der Elektroautos optimieren könne. Aber auch die infrastrukturellen Anpassungen an die Elektromobilität, wie etwa Ladestationen, wurden diskutiert.
„Diese Tagung hat das Ziel, Unternehmen und Hochschulen zu vernetzen“, erklärte Alexander Bracht. Man wolle verhindern, dass in 15 Jahren Elektrofahrzeuge ohne deutsche Technik auf deutschen Straßen unterwegs seien. „Hier werden auch bereits Kontakte geknüpft – die Pausen zwischen den Vorträgen sind dafür allerdings zu kurz“, berichtete Bracht. „Wir hoffen aber, dass die Teilnehmer hier ein Gefühl für die neue Technologie bekommen“, so Bracht weiter.
Stadtverordneter testet Elektroauto eine Woche lang
Gefühle für Elektromobilität zu vermitteln suchte auch der Rüsselsheimer Stadtverordnete Achim Weidner (CDU). Am Nachmittag nahm er sein Elektromobil „Multitruck“ von Dipl.-Ing. Jörg Ewald vom Raiffeisen-Waren-Zentrum Pfungstadt in Empfang. Eine Woche lang wolle er den kompakten Kastenwagen testen und so mit gutem Beispiel vorangehen. „Die Systemmobilität ist im Umbruch“, begründete Weidner sein Vorhaben. „Es gibt Mobilität jenseits von Benzin“, so Weidner. Der Umstieg auf Elektro sei vom Großteil der Bevölkerung gewollt, man müsse dies aber auch aktiv durchsetzen.
„Wir sind mit der Technologie auf der Höhe der Zeit“, erklärte Jörg Ewald. Die Höchstgeschwindigkeit des „Multitruck“ beträgt 50 km/h. „Optimal für den Stadtverkehr“, so Ewald. Die Reichweite des E-Mobils ist allerdings noch etwas dürftig: 50 Kilometer weit kommt man mit einer „Tankfüllung“. Dann muss das Auto an den Strom. „Dafür genügt eine normale Haussteckdose“, erläuterte Jörg Ewald. Es gäbe jedoch auch eine PKW-Version mit mehr Leistung und größerer Reichweite.
Zielgruppe für die lautlosen E-Wagen seien beispielsweise städtische Dienstleister, wie Reinigungs- und Abfalldienste. Aber auch für Lieferdienste, Paket oder Pizza, würde sich ein solches Modell lohnen, so Weidner. „Das Fahrgefühl ist faszinierend – es macht einfach Spaß“, erklärte der Stadtverordnete.
