Erster Spatenstich für neues Gerätehaus der Bauschheimer Feuerwehr
03.07.2010 - RÜSSELSHEIM
Von Detlef Vok
Die Planungen für eine Erweiterung oder einen Neubau des Bauschheimer Feuerwehrgerätehauses sind 17 Jahre alt und scheiterten immer wieder am fehlendem Geld. Mit dem Konjunkturprogramm des Landes Hessen konnte nun in relativ kurzer Zeit der Neubau realisiert werden. Am Freitag fand der obligatorische „Erste Spatenstich“ statt, nächstes Jahr um diese Zeit soll Einzug gefeiert werden.
Das neue Feuerwehrgerätehaus entsteht auf dem Grundstück seines Vorgängers. Ein paar Reste des Kellergeschosses lugten noch aus dem Boden, als Stadträtin und Brandschutzdezernentin Silke Klinger zusammen Mit dem Architekten Julian Andreas Schoyerer, Brandschutzchef Thomas Meurer, Bauschheims Wehrführer Marco Hummel und Ortsvorsteher Werner Stahl zum Spaten griffen.
Neue Räume für Jugendfeuerwehr
Klinger bezeichnete den Akt als „wichtigen Tag für die Feuerwehr und für den Stadtteil“. Weil im neuen Haus auch die Jugendfeuerwehr adäquate Räume bekommt, sei dies auch der Startschuss in eine neue Ära für den Nachwuchs. Der musste bisher mit Platz im Container vorlieb nehmen.
Das alte Gerätehaus war im Oktober 1973 den Einsatzkräften übergeben worden, erinnerte Klinger. Die Entwicklung der Fahrzeugtechnik und des Brandschutzes sei seitdem rasant fortgeschritten, das Aufgabenspektrum der Feuerwehr habe sich gewandelt. So mache die Brandbekämpfung nur noch 35 Prozent der Einsätze aus, sagte sie.
"Baustein zur Zukunftssicherung"
„Die starre Hülle hat die Entwicklung nicht mitgemacht“, sagte die Brandschutzdezernentin. Ein weiterer Aspekt für einen Neubau seien die Energiekosten gewesen. So wird die Fahrzeughalle energetisch als „kaltes Haus“ definiert, richtig geheizt werden nur die Funktionsräume. Statt der bisher drei Fahrzeuge werden später fünf Einsatzfahrzeuge in der Halle Platz haben. Die Ausfahrt führt weiter auf die Brunnenstraße, die Einsatzkräfte fahren von der Straße „Im Grundsee“ ein.
Architekt Schoyerer wies auf die „nachhaltige Planung“ des Objekts hin, das die aktuellen Energiesparverordnung um rund 30 Prozent übertreffe. Das Gebäude sei mithin kein Luxusbau, machte er deutlich. Die Baukosten in Höhe von zwei Millionen Euro werden komplett von den Fördermitteln gedeckt, die Stadt selbst braucht keine Eigenmittel aufzuwenden. Auch Meudt unterstrich die Notwendigkeit des Neubaus. „Das ist ein Baustein zur Zukunftssicherung der Feuerwehr in Rüsselsheim“, sagte er.
"Schwarz-Weiß-Raum" für schutzige Feuerwehrmänner
Im Gerätehaus sind nicht nur Büros und Schulungsräume zu finden, völlig neu ist auch ein „Schwarz-Weiß-Raum“. Am Bergbau angelehnt, können die Feuerwehrleute dort ihre schmutzige Einsatzkleidung ablegen und durch die Duschen in die Umkleiden gehen.
Bevor Feuerwehr und Gäste den Spatenstich feiern konnten, gab es weitere Grußworte von Stadtverordnetenvorsteherin Renate Meixner-Römer, Wehrführer Marco Hummel und Ortsvorsteher Werner Stahl.
