Rüsselsheimer Oldtimer-Event - Auto-Liebhaber begutachten vierrädrige Eleganz
28.06.2010 - RÜSSELSHEIM
Von André Domes
Was Ausmaße und Außenwirkung betrifft, ist es die mittlerweile unumstrittene Nummer Eins der Veranstaltungen im Kultursommerprogramm: Das Klassikertreffen an den Opelvillen. In diesem Jahr feierte die alljährliche Oldtimershow ihre zehnte Auflage und das nicht nur mit einem erneuten Teilnehmerrekord, sondern auch mit einigen prominenten Gesichtern. Neben Bob-Legende Wolfgang Hoppe und Ralley-Pilotin Isolde Holderied sorgte vor allem ein Besuch von Opel-Chef Nick Reilly für Aufsehen.
Er war im Rahmen eines Treffens von Gewerbetreibenden und auf Einladung der städtischen Wirtschaftsförderung in der Stadt und ließ sich einen Rundgang auf dem weitläufigen Gelände nicht nehmen. Am Ende durften sich die Veranstalter von Stadt und Opel über eine Rekordteilnehmerzahl von knapp 2000 Fahrzeugen freuen, die sich liebevoll poliert im Sommerwetter präsentierten.
Staunende "Ahs" und "Ohs"
Neben tuckernden, blubbernden und röhrenden Motoren bestimmte vor allem eines die Geräuschkulisse im Rüsselsheimer Stadtpark, an den Opelvillen, auf dem Mainvorland und in der Festung: staunende „Ahs“ und „Ohs“ von Oldtimerfans, die hinter jeder Ecke aufs Neue den begehrten Schätzchen mit klingenden Namen wie Jaguar E-Type, Borgward Isabella oder Mercedes 300 SL ganz nahe kommen konnten.
Das liegt vor allem daran, dass Unmittelbarkeit und unprätentiöse Art seit der Erstauflage des Treffens im Jahr 2000 als wesentliche Charaktermerkmale erhalten wurden. Noch immer gibt es, von der altersmäßigen Ü30-Regel für die Fahrzeuge und einer Beschränkung auf private Aussteller, keinerlei Beschränkungen wie Marke, Typen oder Herkunft. Auch Szene-spezifische Veranstaltungen wie Prämierungen oder Teilemärkte fehlen im Programm, so dass einzig der Anblick der edlen, seltenen oder einfach nur schönen Karossen im Mittelpunkt steht.
"Moonlight Roadster" und "Rekord B"
Die prominenteste Ausstellungsfläche direkt vor den Opelvillen belegt traditionell die Opel-Oldtimersammlung Opel Classic, deren Fahrzeugauswahl sich diesmal an zwei Leitthemen orientierte. Passend zum sommerlichen Wetter zeigte die von Wolfgang Scholz geleitete Abteilung eine Reihe verschiedener Cabriolets, unter anderem den 1,8 Liter „Moonlight Roadster“ Baujahr 1933 oder einen nach dem Targa-Prinzip konstruierten Kadett „Aero“ von 1978. Anlässlich des Klassikertreffen-Jubiläums gesellten sich dazu einige Geburtstagskinder der Marke, allen voran der Olympia, der als erstes deutsches Fabrikat mit selbsttragender Karosserie seinen 75. Geburtstag feiert.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Rekord B, das aber vor allem seines Vorbesitzers wegen: Weltmeister-Trainer Sepp Herberger pilotierte den 1966 gebauten Vierzylinder einst. Auch die traditionell an der Festung postierten historischen Opel-Fahrräder des „RV 1888 Opel“ ließ der Amerikaner nicht aus und informierte sich über deren Herkunft.
Wer noch tiefer in die Werks- und Stadtgeschichte eintauchen wollte, der konnte das im Stadt- und Industriemuseum tun, das seine aktuelle Ausstellung bei freiem Eintritt präsentierte – ein Angebot, das wie das gesamte Treffen schon früh am Sonntag stark nachgefragt wurde. „Wir hatten schon vor dem eigentlichen Beginn den Stadtpark komplett voll“, berichtete Heinz Zettl, ehemaliger Opel Classic-Leiter und noch immer an der Ausrichtung des Treffens beteiligt.
