Nicht an der Bildung sparen
17.06.2010 - RÜSSELSHEIM
GEW Kritische Stellungnahme zu Schulentwicklung / Chancen von Armut betroffener Kinder beleuchten
(red). Der Kreisverband Groß-Gerau der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zur Schulentwicklungsplanung in Rüsselsheim eine umfangreiche Stellungnahme herausgegeben. Für „große Irritation“ sorgt bei ihr vor allem die Verknüpfung von Haushaltskonsolidierung und Schulplanung: Man lehnt grundsätzlich - auch und gerade vor dem Hintergrund von Wirtschafts- und Finanzkrise - Einsparungen im Bildungsbereich ab.
Die GEW hält auch auf kommunaler Ebene an ihrer Forderung nach höheren Ausgaben für Bildung fest und kritisiert die jetzt bereits beschlossenen oder angedachten Einsparungen, wie etwa die geplante Erhöhung der Gruppengrößen in den Betreuungsschulen, die Schließung des Lehrschwimmbeckens an der Gerhart-Hauptmann-Schule und die angedachte Kürzung der Mittel für Schulsozialarbeit.
Es sei ein großer Mangel, dass über die Verteilung der von Armut betroffenen Kinder auf die einzelnen Schulformen keine Daten vorliegen. Wenn man jedoch allgemeine Befunde auf Rüsselsheimer Verhältnisse beziehe, könne davon ausgegangen werden, dass von Armut betroffene Kinder auf den Gymnasien unterrepräsentiert und in den Haupt-, Real- und Förderschulen sowie in der Gesamtschule überrepräsentiert seien.
Es sei dringend geboten, sich kritisch mit der vorhandenen Schulstruktur und hier insbesondere den hohen Übergangsquoten zu den Gymnasien und deren Folgewirkung auseinander zu setzen. Die GEW unterstützt grundsätzlich eine inklusive Schule.
Dazu gehörten aber sächliche und räumliche Voraussetzungen, die der Schulträger gewährleisten müsse. Ob der Standort der Parkschule für die Unterbringung der Grundschule Innenstadt wirklich geeignet ist, sei noch zu prüfen. Zurzeit liege die Grundschule Innenstadt für ihre Schüler zentral. „Die Schule gehört ins Zentrum und nicht an den Rand des Wohngebietes und die Kinder beleben die Innenstadt“.
