Flörsheimer neue Stadträtin
21.05.2010 - RÜSSELSHEIM
MAGISTRAT Umstrittene Kandidatin der Linken gestern Abend vereidigt
(fri/ade). Die Diplom-Sozialpädagogin Marianne Flörsheimer (51) wurde gestern Abend in der Stadtverordnetenversammlung als ehrenamtliche Stadträtin für die Linke / Liste Solidarität vereidigt. Als engagierte Kommunalpolitikerin, die früher einmal Kreis-Vorstandsmitglied von Bündnis 90 / Die Grünen war und für „fNEP“ (für Nicht-, Erst-, ProtestwählerInnen) im Rüsselsheimer Stadtparlament saß, vertritt sie „Die Linke“ im Groß-Gerauer Kreistag.
Um die Nachfolge von Christian Vogt (Liste Rüssel) im Magistrat war in den vergangenen Wochen ein Streit entstanden, da zur Wahl des Magistrats 2006 Linke / Liste Solidarität und Liste Rüssel gemeinsam eine Liste eingereicht hatten. Rüssel hatte nun die Reihenfolge der Vertreter der noch verbliebenen Linken, Heinz-Jürgen Krug und Marianne Flörsheimer, umkehren wollen, was die Linken aber abgelehnt haben. Daher nutzten die Rüssler, die Flörsheimer als „Alt-Linke Sektiererin“ ablehnen, eine Auslegung der Hessischen Gemeindeordnung aus, wonach die Unterzeichner des Wahlvorschlags mehrheitlich einen Nachrücker bestimmen. Da die Rüssler über eine Stimme mehr verfügen als die Linken, rückte zwar Krug nach vorne. Doch aus gesundheitlichen Gründen hat er die Annahme des Amtes abgelehnt, was er bereits im Vorfeld angekündigt hatte.
Marianne Flörsheimer war 2008 als Kandidatin zur Landtagswahl in Groß-Gerau angetreten. Politisch setzt sie sich unter anderem gegen Sozialabbau, Flughafenausbau und Atomkraft ein.
