Neues Gymnasium ist in Rüsselsheim der Renner - Interesse an "Kant" sinkt
08.05.2010 - RÜSSELSHEIM
Von Ralf Schuster
Das vom Kreis getragene Neue Gymnasium, das 2008 in Rüsselsheim in der Goetheschule eingerichtet wurde, und zum kommenden Schuljahr in eigene Räumlichkeiten auf ehemaligem Opel Werksgelände einziehen wird, ist derzeit der „Renner“ in Rüsselsheim. Bei den Bewerbungen für das neue Schuljahr ist es auch so großes Interesse gestoßen, dass es in diesem Jahr erneut fünf neue Klassen aufnehmen wird, obwohl es eigentlich nur vierzügig ausgelegt ist.
Außerdem müssen einige Schüler, die auf das Neue Gymnasium wollten, auf städtische Schulen verwiesen werden, vor allem auf das Immanuel-Kant-Gymnasium. Dieses hat nämlich nur 102 eigene Anmeldungen abbekommen, wie Direktor Franz-Peter Osterkamp bestätigt. Man sei dabei schulintern zu diskutieren, welche Gründe es für diese Entwicklung gebe.
Die Lenkungskonferenz des Staatlichen Schulamts hatte vor wenigen Tagen stattgefunden und unter Beteiligung von Schulvertretern sowie Elternbeiräten an einer Lösung gearbeitet, wie ein Ausgleich zwischen den erfolgten Anmeldungen und den Klassenkapazitäten möglich ist. Schulamtsdirektor Jürgen Pech wollte allerdings der „Main-Spitze“ gegenüber noch nicht auf Details eingehen. Denn die Elternbriefe werden erst bis zum 17. Mai verschickt. Er sprach lediglich davon, dass eine „einvernehmliche Entscheidung“ getroffen worden sei.
Einige Schüler müssen "umgelenkt" werden
Die aktuellen Größenordnungen der Fünftklässler, die unserer Zeitung bereits bekanntgeworden sind, liegen bei den schon genannten 102 Anfragen beim Kant-Gymnasium, 180 beim neuen und 220 bei der Max-Planck-Schule. Einige Schüler, sowohl aus dem Kreis wie auch aus der Stadt, können also auf der gewünschten Schule nicht aufgenommen werden, sondern müssen auf andere gelenkt werden. Die Kriterien dazu festzulegen, war eine Aufgabe der Schulamtskonferenz.
Sie sei „sehr, sehr stolz“auf ihren Erfolg bei den Bewerbungen, berichtete Maya Wechselberger, die Leiterin des neuen Gymnasiums. Am Anfang der ganzen Beratungsphase hatte sie offensichtlich generell die meisten Anmeldungen gehabt, sogar mehr als die Planck. Aufgrund ihrer Gespräche sei es dann aber gleich zu Verschiebungen gekommen. Wechsel Berger spricht im Vorfeld mit allen Eltern und Kindern: „Ich will wissen wir auf meine Schule kommt“. Der Ruf dieses Rüsselsheimer Gymnasiums ist mittlerweile so gut, dass es sogar schon Anmeldungen aus Mainz gab. Diese wurden allerdings nicht berücksichtigt. Bekanntlich hatte vor einigen Jahren die Tatsache, dass Mainz seine Gymnasien dichtmacht, dazu geführt, dass dieses zusätzliche Gymnasium überhaupt in Rüsselsheim etabliert wurde.
Ihr ist es wichtig, dass sich Eltern und Kinder bewusst für eine Schule entscheiden, erklärte Maya Wechselberger. Als Begründung für den Wunsch nach ihrem Gymnasium wird in ihren Gesprächen zum einen oft auf die modernen elektronischen Tafeln hingewiesen, vor allem aber auf die unglaublich „nette Atmosphäre“, die man auch bei Tagen der offenen Tür habe feststellen können. Ebenso spielt die Schulkleidung, über die nur diese Rüsselsheimer Schule verfügt, für viele eine besondere Rolle: Die einen wollen deswegen auf jeden Fall kommen, für die anderen ist es ein absolutes Widerspruchsargument. Die Ersteren scheinen zu überwiegen.
