Hundebesitzer in Rüsselsheim in Angst: Giftköder am Main und im Ostpark
16.03.2010 - RÜSSELSHEIM
Von Alexandra Dehne
Unter Hundebesitzern, die ihre Tiere in Rüsselsheim ausführen, geht die Angst um. Sowohl am Mainufer als auch im Ostpark sind Giftköder gefunden worden, wie die Polizei mitteilt. Der erste Fall ereignete sich am Samstag. Ein Hundebesitzer aus Gau-Bischofsheim war am Mainufer westlich des Opelwerks Richtung Bischofsheim unterwegs, als er bemerkte, dass sein Terrier-Mischling Fleisch fraß, das am Wegesrand lag. Dem Augenschein nach habe es sich um rohes Hühnchenfleisch, Speckwürfel und Stücke einer Fleischwurst gehandelt.
Da das Fleisch teils mit einem bläulichen Schimmel überzogen war und dem Besitzer bereits im vergangenen Jahr ein Hund wegen des Verzehrs von vergiftetem Fleisch am Mainufer anschließend gestorben war, begab er sich umgehend zu einer Tierärztin in Bischofsheim, so die Polizei. Die Ärztin brachte den Hund zum Erbrechen. Aufgrund des stark stinkenden Fleisches und seines Aussehens hegte sie den Verdacht, dass das Fleisch vergiftet sein könnte. Die Polizei konnte dazu gestern noch keine Angaben machen, da das Untersuchungsergebnis noch nicht vorlag.
Am Montag nun wurde bei der Polizei ebenfalls Anzeige erstattet, weil ein weiterer Hund mit Vergiftungserscheinungen zum Arzt gebracht wurde, der vermutlich im Ostpark, im Bereich der Liegewiese am Wildgehege, einen Giftköder gefressen hat. Ob die beiden Fälle im Zusammenhang stehen, dazu konnte Rainer Müller, Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen, am Montag noch nichts sagen.
Die Polizei habe die Bereiche abgegangen, aber bisher nichts Verdächtiges finden können. Es werden daher alle Spaziergänger oder Hundebesitzer gebeten, aufmerksam zu beobachten und sich gegebenenfalls bei der Polizei zu melden. Die Stadtverwaltung hat zudem Schilder aufgestellt, auf denen auf die möglichen Giftköder hingewiesen wird und darauf, die Tiere unbedingt anzuleinen.
Bereits im Juli vergangenen Jahres waren mehrere Hunde durch vergiftetes Fleisch beziehungsweise Knochen gestorben, andere hatten starke Krankheitssymptome aufgewiesen, die Köder hatten im selben Bereich auf den Mainwiesen gelegen wie jetzt auch. Der Besitzer des Terrier-Mischlings hat der Polizei zudem mitgeteilt, dass er in einer sozialen Internetplattform eine weitere Besitzerin gefunden habe, deren Hund am Samstag ebenfalls am Mainufer Fleisch gefressen habe und sich derzeit in tierärztlicher Behandlung befände.
Gabi Tauss, Hundebesitzerin in Rüsselsheim, die den Halter des Terrier-Mischlings kennt, kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Es sei schon komisch, dass immer am Main die Köder ausgelegt würden, sagte sie gegenüber der „Main-Spitze“. Das Gelände sei bei Hundebesitzern deshalb so beliebt, weil man dort einen gute Überblick habe und die Hunde sich frei austoben könnten. Sie wisse aber, ohne jemanden zu verdächtigen, dass die Bauern dort wegen ihrer Anpflanzungen die vielen frei laufenden Hunde nicht gerade begrüßen würden, aber auch die Angler sich teils gestört fühlten.
