ALTWEIBER-FASTNACHT Szenen aus drei Lokalen
(cl). Ein einfallsreicher Kontrast, ob er nun beabsichtigt war oder nicht: Das Männer-Ballett der Siedler-Narren hat im Siedlerheim eine Altweiber-Fassenacht auf die Beine gestellt. Das Besondere daran ist, dass dieser kölnische Import (eben die Altweiber-Fassenacht) der erste seiner Art an der Paul-Hessemer-Straße ist. Vorweg: die Premiere ermutigt zu Fortsetzungen.
Siedler-Chefin Dagmar Linay fasst es unter "Jubel, Trubel Heiterkeit, außerdem: Es ist ja an diesem Donnerstag sonst nirgendwo was Gescheites" zusammen. "Feiern bis zum Abwinken, ein umlagerter DJ Mario, Cocktail- und Sektbar", ergänzt Männerballetteur und Mitorganisator Matthias Nold, um darauf hinzuweisen, dass die holde Weiblichkeit in der erdrückenden Überzahl, das andere Geschlecht dennoch aber gerne gesehen sei.
Einen schlagenden Beweis dafür, dass es sich bei der Altweiber-Kultur in der Tat um einen Import aus anderen Narrenwelten handele, sieht Matthias Nold in folgender Tatsache: "Unser DJ hat noch immer die Krawatte um. Und zwar in ganzer Länge."
In den Jahn-Stuben ist man am gleichen Abend mit "Helau & Alaaf", mit Kölsch vom Fass, "halve Hahn" und Weiberfastnachtsparty dem Ziel ein Stück nähergekommen, die TG-Vereinsgaststätte unter Mithilfe der Abteilungen wieder zu einem beliebten Treff zu machen. Das hört man von TG-Geschäftsführer Martin Skalsky. Bei der Altweiber-Party hat die Ski-Abteilung mit ihrem Chef Jörg Wetzel der Gastronomie unter die Arme gegriffen. Ach, hier sitzen ja soviel Männer wie Frauen. Wetzel salomonisch: "Die sind alle verkleidet." Derlei Parties hat man übrigens, "es ist 15 Jahre her", schon früher erfolgreich gepflogen. Daran soll angeknüpft werden. Die Abteilung nutzte übrigens die Party zum Fachsimpeln über ein zurückliegendes Skitraining - also ein "närrisches Dienstgespräch" obendrein.
Im Rüsselsheimer Brauhaus in Haßloch sprechen die Tatsachen für sich. Rock wummert gegen die Scheiben. Drinnen wogt die Menge. Es ist unbeschreiblich. Und irgendein lustiger Musiker mit Motorradhaube ruft gerade in den knallvollen Saal: "Geht´s Euch gut?" Welche Frage! Und wie. Die auf vielerlei Parketts gesellschaftlichen Lebens überaus erfahrenen Bands namens "B-Kadett" und "Talk About" haben die vierte Auflage des Altweiber-Rocks am Donnerstagabend in Rüsselsheim in die Hände genommen. Ergebnis: Narretei und Maskerade, Flirt und Musik in allen Räumen. Trotz einer etwas strapazierten Stimme gibt Thomas Bohn, "B-Kadett"-Gitarrist, im Gewoge ein Kurz-Interview. Es gipfelt in der Feststellung "Wir haben einen großen Frauenanteil. Er wird von Jahr zu Jahr größer."
