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Rüsselsheim 

1200 Euro täglich pro Berater

23.09.2009 - RÜSSELSHEIM

BERTELSMANN-FACHLEUTE Bündnis gegen Sozialabbau kündigt Widerstand gegen Pläne des Magistrats an

(gir). Bei der Sitzung des Bündnisses gegen Sozialabbau hat der stellvertretende Vorsitzende der Verdi-Vertrauensleute in der Stadtverwaltung, Gerhard Christ-Steinicke, den Widerstand von Gewerkschaft und Arbeitnehmervertretern in der Stadtverwaltung gegen das Einschalten von Fachleuten der Bertelsmann-Stiftung zur Behebung der Rüsselsheimer Finanznot bekräftigt und den Aufbau einer "Struktur der Gegenwehr" angekündigt.

Christ-Steinicke erneuerte den Vorwurf, dass die vier Bertelsmann-Berater, "die pro Tag und Person mit 1200 Euro vergütet werden", die Übernahme zentraler Aufgaben der Stadtverwaltung durch die Bertelsmanntochter "Arvato" vorbereiteten. "Nach unserem Verständnis arbeiten die hier im eigenen Interesse", unterstrich er. Die Konsequenzen daraus müssten nicht nur die beim Magistrat der Stadt Beschäftigten in Form von Entlassungen, Lohndumping und Tarifflucht fürchten, sondern in Form steigender Preise, Gebühren und reduzierter Leistungen der Öffentlichen Hand auch alle anderen Bürger dieser Stadt.

"In der aktuellen Krise des neoliberalen Kapitalismus radikalisieren sich dessen Protagonisten weiter", steuerte Michael Flörsheimer, Gewerkschafter und Mitglied der Liste Solidarität, als seine Erklärung für das Hinzuziehen der Berater bei. Hauptprotagonistin dieser Entwicklung in der Opelstadt sei neben dem Oberbürgermeister die parteilose Stadträtin Silke Klinger, deren Politik daher "einer härteren Gangart im Stadtparlament" ihr gegenüber bedürfe.

Andere interpretierten den Auftrag an die Berater als Versuch der Rathausspitze, sich vor der politischen Verantwortung für Konsequenzen aus der Finanznot der Opelstadt zu drücken.

Dass sich die politische Spitze im Rathaus drücke, unterstellte Pfarrer Volkhardt Guth danach erneut auch in Sachen der sozialen Randgruppe, die sich täglich am evangelischen Gemeindehaus in der Innenstadt trifft. Guth bedauerte, dass es trotz des hohen Sachverstands in der Stadtverwaltung aufgrund des Willens der politischen Entscheidungsträger dort am Ende immer nur auf ordnungsrechtliche Maßnahmen zur Lösung des Problems und auf den Vorschlag, einen Zaun um das Gelände zu bauen, hinausliefe. "Das aber ist eigentlich keine Lösung für unsere Gesellschaft", kritisierte der evangelische Pfarrer, der sich sicher ist, dass dieses Problem selbst mit einem Zaun nicht gelöst sein würde. Das werde die Gruppe einfach nur woanders in der Stadt verteilen, sagte er.

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24.09.2009 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Wer ist das Geld wert?

Ein guter Berater ist das Geld wert und mit EUR 1200 durchaus günstig. Wer aber nicht sein Geld wert ist, ist der hauptamtliche Magistrat, der eigentlich die Aufgaben der Berater erledigen müßte.

Im übrigen nichts dagegen, dass Geld für gute Beratung und Konzepte ausgegeben wird, aber in Rüsselsheim wird erst viel Geld ausgegeben und dann die teueren Gutachten in der Schubladen liegen gelassen (siehe Rürup 2020 etc).

23.09.2009 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Genial

So kann man seine abgehalfterten SPD-Genossen auch mit schönen Pöstchen und völlig überzogenen Gehältern am selbst verursachten Schlamassel profitieren lassen...

23.09.2009 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Das ist ein Skandal!

Es ist ein Skandal, wenn diese Zahl (1200 Euro pro Berater pro Tag) wirklich stimmen soll! Und von der Richtigkeit dieser Zahl gehe ich jetzt einfach mal aus, wenn wir das schwarz auf weiß in der Zeitung lesen! Die Rathaus-Spitze ist in meinen Augen (und auch in den Augen vieler Freunde, die ebenfalls hier in Rüsselsheim wohnen) einfach nicht fähig Rüsselsheim gut zu führen und weiter voran zu bringen. Jeder andere Arbeitnehmer wäre wohl schon fristlos entlassen worden! Egal ob finanzielle Belange, soziale Angelegenheiten, bauliche Fragen etc. - Rüsselsheim verliert immer mehr! Da ist es natürlich einfach statt selber den Kopf herzuhalten für teures Geld "externen Sachverstand" einzukaufen und sich so aus der Affäre zu ziehen!
Es ist in meinen Augen auch nicht abwägig, dass die Stadt mit der Bertelsmann-Stiftung die Privatisierung der Verwaltung weiter vorantreiben will. Ich hoffe, dass zuerst die Stellen der hauptamtlichen Magistratsmitglieder neu und mit wirklichem Sachverstand besetzt werden und zwar so schnell wie möglich!

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