FACHHOCHSCHULE Stadt und ausländische Studenten im Gespräch
(red). Um die Interessen ausländischer Studenten an der Fachhochschule in Rüsselsheim kennen zu lernen, waren Hangama Kawa und Nadine Olszak vor Ort. Die städtische Integrationsbeauftragte und die stellvertretende Leiterin der Ausländerbehörde sind damit einer Einladung von Studentenpfarrer Jochen Müller gefolgt.
Das Interesse der Studenten drehte sich besonders um Fragen zu Aufenthaltsrecht, Arbeitserlaubnis und Rückkehr in die Herkunftsländer. Kawa betonte, dass der Stadt daran gelegen sei, transparent und klar die Anliegen der ausländischen Studenten zu bearbeiten. Sie warb um Verständnis für die teilweise sehr komplizierten und langwierigen Entscheidungsverfahren.
Verdeutlicht wurde, dass die örtliche Ausländerbehörde nicht alle Entscheidungen allein treffen könne, sondern durch Änderungen im Zuwanderungsgesetz verpflichtet sei, andere Behörden wie den Verfassungsschutz oder die Bundesagentur für Arbeit hinzuzuziehen. Dies führe naturgemäß zu zeitlichen Verzögerungen.
Die Studenten berichteten allerdings von Erfahrungen mit den Ausländerbehörden der Nachbarstädte, wo teilweise schneller entschieden werde. Die Mitarbeiterinnen der Stadt wiesen darauf hin, dass es sehr unterschiedliche Voraussetzungen in den Ämtern gebe, insbesondere was die personellen Ressourcen angehe.
Ein weiterer wichtiger Punkt war für die Studenten die Verschärfung von Regelungen, mit denen sie ausreichende materielle Grundlagen nachweisen müssen. Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage bedeute das für viele eine Bedrohung ihres Aufenthaltsrechts und damit ihres Studiums.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die Studenten sich mehr Offenheit bei der Arbeitsplatzsuche und damit bei einem dauerhaften Aufenthalt in Deutschland wünschen, zumal es hier einen Fachkräftemangel gebe. Kawa machte darauf aufmerksam, dass seit Inkrafttreten des neuen Aufenthaltsgesetzes 2007 die Möglichkeit verbessert wurde, nach dem Studium in Deutschland eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, die dem Abschluss entspricht. Damit werde versucht, Fachkräfte, die hier ausgebildet werden, im Land zu halten.
Insgesamt wurde deutlich, dass viele ausländische Studenten unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen lernen, was das Studieren erschwert. Das direkte Gespräch mit den städtischen Mitarbeiterinnen soll themenbezogen fortgesetzt werden.
