Von Alexandra Dehne
EDS Kompromiss zwischen Arbeitnehmern und Management / Nächste Woche Urabstimmung
Bei EDS haben sich in der Nacht zum Donnerstag Arbeitnehmer und Management auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser sieht vor, dass nicht wie geplant 839, sondern maximal 300 betriebsbedingte Kündigungen erfolgen und dies auch erst ab September. Der Personalabbau wird seit der Übernahme von EDS durch Hewlett Packard (HP) diskutiert.
Bis Ende September können zudem Mitarbeiter über ein Abfindungsprogramm freiwillig auf ihre Stelle verzichten. Sollten mehr als 200 davon Gebrauch machen, wird die Zahl der maximal 300 betriebsbedingten Kündigungen nochmals entsprechend reduziert, teilte die Gewerkschaft gestern mit. Im Rahmen des Personalabbaus werden zudem Transfergesellschaften gegründet, in denen Beschäftigte für maximal ein Jahr aufgenommen und weiter qualifiziert werden können.
Weiterhin einigte man sich in einer Integrationsvereinbarung, dass beim Betriebsübergang zu HP, der voraussichtlich im Herbst stattfinden soll, den Mitarbeitern das Gehaltsniveau erhalten bleibt und sie auch an Erhöhungen bei HP teilnehmen. Auch die Ansprüche der betrieblichen Altersversorgung bleiben bestehen, ebenso einige Betriebsvereinbarungen.
Die Gewerkschaften IG Metall und Verdi werden den seit über vier Wochen andauernden Streik ab heute aussetzen. Morgen wird die Tarifkommission über das Ergebnis beraten. Voraussichtlich nächste Woche entscheiden die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter bei EDS in einer zweiten Urabstimmung, ob sie den Kompromiss akzeptieren und den Streik endgültig beenden.
Anfang Juni hatten sich 92 Prozent der Mitarbeiter in einer Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen. Seitdem waren nicht nur am Rüsselsheimer Sitz in der Eisenstraße, wo etwa 1600 beschäftigt sind, diverse Aktionen veranstaltet worden, sondern es hatte unter anderem auch eine Protestkundgebung vor dem Adam-Opel-Haus gegeben sowie ein Schreiben an US-Präsident Barack Obama.

Die Geschäftsleitng hat sich auf ganzer Linie durchgesetzt
839 Stellen war der Gesamtabbau über die nächsten 2 Jahre (ab März 2009), das wird nun auf 500 (300 Entlassungen + 200 Freiwillige)) noch abzubauende Stellen reduziert, nachdem bereits die Massenflucht eingesetzt hat, etwa 150 Leute haben das Unternehmen gewiss schon verlassen, bleibt ein Gewinn von knapp 200 bis Oktober 2010, der Abbauplan umfaßte aber die Zeit bis Februar 2011 (!), so dass die verbleibenden 200 Stellen in den 4 Monaten problemlos sozialverträglich und geräuchlos (!) abgebaut werden können.
Auch in den anderen Punkten werden nur die gesetzlichen Bestimmungen beim Unternehmensübergang eingehalten (Gehalt, Betriebsvereinbarungen, Pensionen) Insgesamt eine bittere Niederlage für die Gewerkschaften und die Belegschaft
Werner Steinert