Claus Langkammer
Das Trüppchen Erzieherinnen kommt aus dem Gebäude der Bücherei und hat dort bei den Beschäftigten für die Sache des Streiks geworben. Wie es war? “Solidarisch", berichtet eine der Frauen und lacht. Die anderen streben schon weiter. Dem nächsten Ort entgegen.
Der achte Streiktag des Kita- und Sozialdienstes hat am Montag die Fühler in die Öffentlichkeit ausgestreckt. Hierzu gehörten ein Informationsstand in der Innenstadt ebenso wie flotte Damen-Fahrrad-Corsi zu den “nicht streikenden" städtischen Beschäftigten der Feuerwehr, der Betriebshöfe, des Ordnungsamtes, der Stadtbücherei und der Gebäudewirtschaft. All dies diene der Tatsache, dass, wie Verdi-Sprecher Jürgen Johann es ausdrückte, “auch die Anderen davon profitieren, wenn wir erfolgreich sind".
Seit mittlerweile vier Jahren gehe es bei Eingruppierungen aller Beschäftigter des öffentlichen Dienstes keinen Schritt voran. Schlügen aber jetzt die Kita-Streikenden in Rüsselsheim sind es 260 eine Bresche, so sei weitaus eher mit Bewegung auch in den anderen Bereichen zu rechnen.
Am Dienstag übrigens erhält der Griesheimer Bürgermeister sicherlich lautstarken Besuch etwa tausend Streikender aus dem gesamten Kreisgebiet. Man wolle den Kita-Beschäftigten in Griesheim beistehen, die von eben diesem Bürgermeister mit Kündigungen bedroht würden. Dieser Rathauschef betrachte die Streiks als illegal. “Aber wir sind auf der sicheren Seite", sagte Johann der “Main-Spitze". Das Arbeitsgericht Gießen habe am Montag den Antrag auf eine einstweilige Verfügung der Arbeitgeber abgelehnt. Streiks sind nicht illegal.
Ins Auge gefasst werden die Teilnahme an einer Groß-Demonstration in der nächsten Woche in Köln mit gut 25.000 Streikenden sowie in der darauffolgenden Woche möglicherweise an einer Blockade der Rheinbrücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim.
