Von Dieter Ackermann-Girschik
LINKE Menschen sind empört über geplante Baumfällungen im Bereich Marktstraße
Mit ihrem Protest gegen das geplante Fällen alter Bäume in Zuge der weiteren Umgestaltung der Innenstadt haben die Linken offenbar einen Nerv in der Rüsselsheimer Bürgerschaft getroffen. An einem Infostand in der Marktstraße gegenüber dem evangelischen Gemeindehaus informierte die Linke/Liste Solidarität die Passanten am Samstag anhand von Planungsunterlagen, Flugblättern und mittels Protestschildern an den betroffenen Bäumen über das Vorhaben der Stadtverwaltung.
Im Zuge der Umgestaltung des nördlichen Teils der Marktstraße zwischen Opel-Forum und Marktplatz - das Stadtparlament berät im Juni darüber - sollen zunächst die alten Linden vor dem evangelischen Gemeindehaus fallen und durch einige japanische Kirschblütler ersetzt werden.
Beim hernach beabsichtigten Umbau des Marktplatzes, die Pläne dazu liegen ebenfalls bereits auf dem Tisch, sollen von den jetzt zwölf großen Bäumen dort nur noch vier übrig bleiben. "90 Prozent sind empört über das, was da gemacht werden soll", berichtete Linken-Stadtverordneter Karl-Heinz Schneckenberger über die Reaktionen der Bürger am Stand der Linken. "Die übrigen zehn Prozent waren der Grünen-Stadtverordnete Heiner Friedrich, Stadträtin Silke Klinger (parteilos) und der stellvertretende SPD-Fraktionschef Nils Kraft", fügte Heinz-Jürgen Krug mehr süffisant denn mathematisch korrekt hinzu.
Diese drei, Repräsentanten des Magistrats und der rot-grünen Mehrheit im Rüsselsheimer Stadtparlament, seien auch am Infostand zu Gast gewesen. Sie hätten die Dinge aber anders gesehen.
Viele derer, die dagegen mit dem Fällen der alten Bäume absolut nicht einverstanden seien, hätten das bei den Linken auch gleich mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck bringen wollen. Allerdings, so Heinz-Jürgen Krug, sei für den Samstag eigentlich keine Unterschriftenaktion geplant gewesen.
Man habe jedoch rasch auf diese Wünsche reagiert, Listen improvisiert und schon bis kurz nach Mittag knapp 100 Unterschriften zugunsten des Erhalts der alten Bäume gesammelt gehabt.
Bei ihrer Aktion am 1. Mai wollen die Linken die begonnene Unterschriftenaktion nun fortsetzen. Und sie planen, auch mit den anderen Fraktionen über das Thema zu sprechen, um deren Mitglieder davon zu überzeugen, die Umbaupläne für Marktstraße und Marktplatz zumindest in diesem Punkt zu ändern.
Denn gleichzeitig kritisieren sie, dass für 1,5 Millionen Euro die Marktstraße neu gepflastert werden soll, obwohl der Belag keine Mängel aufweise.
