Von Susanne Wildmeister und Dieter Ackermann-Girschik
Von einem “fulminanten Ergebnis" der Rüsselsheimer Initiative sprach Oberbürgermeister Stefan Gieltowski, der gestern stapelweise Unterschriftenlisten entgegennahm. Sie sollen heute Bundeskanzlerin Angela Merkel bei deren Besuch im Opel-Werk überreicht werden und ein deutliches Signal zur Rettung des Unternehmens in Richtung der politisch Verantwortlichen aussenden.
Bis zur symbolischen Übergabe rechnet Gieltowski mit mehr als 90.000 Solidaritätsbekundungen. Die Hilfe für Opel zur Überbrückung einer schwierigen Phase werde nicht von einzelnen Stimmen gefordert, sondern von “einem gewaltigen Chor", unterstrich Gieltowski.
Die Initiative stößt auch auf überregionales und sogar internationales Interesse. Insbesondere an den anderen deutschen Opel-Standorten Bochum, Kaiserslautern und Eisenach beteiligten sich Menschen an der Aktion, Unterschriften kamen aber auch aus den USA, aus Russland, Österreich, der Schweiz und sogar aus China, wie Gieltowski verriet.
“Völlig überwältigt" vom Ergebnis zeigte sich Gewerbevereinschef Dirk Schäfer. “Wir haben uns noch nicht aufgegeben", sagte er mit Blick auf den Opel-Standort Rüsselsheim. Neben zahlreichen Einzelhändlern, die die Listen auf ihren Ladentheken ausgelegt hatten, beteiligten sich auch größere Unternehmen und Einrichtungen an der Initiative.
Der Gewerbeverein steuerte 6.378 Unterschriften bei, 1.000 wurden im GPR-Klinikum gesammelt. Die Bischofsheimer Mangoldschule überreichte 1.031 Solidaritätsadressen, die Stadt Mörfelden-Walldorf 408.
Bei Opel selbst gingen Listen mit 46.630 Signaturen ein. Der Rüsselsheimer Ausländerbeirat hat im Rathaus rund 150 Unterschriften direkt aus der Türkei übergeben, weitere rund 1.000 Unterschriften sammelten die Ausländerbeiräte in Rüsselsheim, ebenfalls 1.000 Solidaritätsadressen konnte die Deutsch-Türkische Kulturgemeinde einwerben.
Angesichts der vielen Unterstützer kündigte Opel-Betriebsrat Armin Herber gestern an: “Wir werden noch in den nächsten 100 Jahren weiter existieren." Positiv beurteilte er auch den Führungswechsel bei GM. Henderson, der neue Mann an der Spitze, sei auch schon in Europa tätig gewesen. Für Opel sei es leichter, mit ihm neue Wege zu gehen. Rund zehn bis 15 Rathaus-Mitarbeiter waren in der Endphase der Solidaritätskampagne mit der Zählung der Unterschriften beschäftigt.
