Rüsselsheim: Erster Student bezieht Wohnheim im früheren Haus der Opel-BKK
19.03.2013 - RÜSSELSHEIM
Von Ralf Schuster
Das neue Studentenwohnheim in den Räumen der ehemaligen Opel-Betriebskrankenkasse in der Elisabethenstraße 2 ist in Betrieb. Als ob es zur Widerlegung der kürzlich aufgekommenen Gerüchte um Benachteiligung ausländischer Studenten gedacht wäre, ist als erster ein Schwarzer aus Kamerun eingezogen. Am Freitag räumte Romeo Tchowompi sein Appartement im ersten Stock mit Blick auf Bahnhof und Opelwerk ein und ist ganz begeistert. Als weitere Bewohnerin ist auch eine Chinesin eingezogen, die auf dem Gang gegenüber wohnt. Sie studiert in Wiesbaden.
Bautätigkeit läuft noch weiter
Um die beiden herum findet die abschließende Bautätigkeit noch statt: Arbeiter sind im Gebäude unterwegs, die Fußböden sind abgedeckt, Leitern stehen im Weg. Der Eingang ist eine kleine Tür links neben dem großen Portal der Firma RLE, die im Januar bereits in ihre Büros eingezogen ist, Dienstleistungen für die Autoindustrie betreibt und engen Kontakt zur Hochschule und ihren Absolventen pflegt. Die Klingelanlage für die Studis ist noch nicht in Betrieb. Auch die einzelnen Briefkästen müssen noch installiert werden, es gibt nur einen zentralen Behälter und der Hausmeister teilt die Post dann in den Zimmern aus.
Auch in diesen mangelt es noch an dem ein oder anderen, zum Beispiel ist der obligatorische Internetanschluss noch nicht geschaltet. Tchowompi macht das alles nichts, er ist froh, dass er die Unterkunft hat. Der 21-Jährige ist seit zwei Jahren in Deutschland und studiert im vierten Semester Maschinenbau. Als es um seinen Studienplatz ging, wollte er unbedingt nach Rüsselsheim. Eine ältere Schwester studiert schon seit Längerem in Kassel.
Erfreut über die neue Unterkunft
Bisher wohnte der Kameruner im privat betriebenen bunten Studentenheim gegenüber der Klinik. Von dort aus hatte er natürlich einen ganz kurzen Laufweg zur Hochschule RheinMain, trotzdem ist er hocherfreut über seine neue Unterkunft, die für ihn zudem deutlich billiger ist. Er wird künftig mit dem Bus unterwegs sein oder sich ein Fahrrad besorgen. Im kommenden Jahr werden seine Vorlesungen dann auch ins Opel-Altwerk verlegt im Rahmen des sukzessiven Umzugs während der Sanierung, dann ist es räumlich wieder „optimal“, freut er sich jetzt schon drauf.
In seiner neuen Behausung, die komplett möbliert ist, hat er schon die Küche ausprobiert, die mit zwei Platten und Mikrowelle ausgerüstet ist. Ausreichend Ablageflächen und eine Dusche samt WC hat er auch. Nur gemeinsame Waschmaschinen- und Gemeinschaftsräume müssen noch hergerichtet werden. 66 Plätze hat das vom Studentenwerk Frankfurt betriebe Heim insgesamt, neben den 35 Einzelappartements auch sechs Betten in Zweizimmerwohnungen sowie 25 in Dreier- und Viererwohngruppen.

