Opel-Forum:„Pro Opel Altwerk“ will für Erhalt der historischen Bauten kämpfen
25.01.2012 - RÜSSELSHEIM
Von André Domes
„Pro Opel Altwerk“ - unter diesem Namen hat sich am Montagabend die Bürgerinitiative gegen den Abriss der historischen Opelgebäude offiziell gegründet. Noch während im Rathaus zum Opel-Forum debattiert wurde, nahmen knapp 20 Abrissgegner im Bootshaus den offiziellen Gründungsakt vor und einigten sich auf eine inhaltliche Agenda mit Kernforderungen. Zu Sprechern der BI wurden die Landschaftsarchitektin Christa Tzanov-Heil und Buchhändler Jürgen Jansen bestimmt.
Der Erhalt der historischen Gebäude und eine Bürgerbeteiligung bei der Planung für die Umnutzung des Opel-Altwerkes sind die beiden Hauptforderungen, die sich die Bürgerinitiative als Ziele auf die Fahnen geschrieben hat. Neben dem Durchführen öffentlichkeitswirksamer Aktionen und der Information der Bürger will die BI auch die thematische Arbeit forcieren, um das Thema umfassend und tiefgehend bearbeiten zu können. Wie Heinz-Jürgen Krug von der Initiative mitteilte, seien hierzu verschiedene Arbeitsgruppen ins Leben gerufen worden.
OB-Gesprächsangebot stößt auf Wohlwollen
Eine der Gruppen soll sich besonders mit dem Thema Denkmalschutz befassen und die Historie und Bedeutung der alten Werksarchitektur noch einmal aufarbeiten. Auch mit möglichen Alternativnutzungen alter Industriegebäude will sich eine AG beschäftigen und auf die Suche nach interessanten Konzepten gehen, „die im Bestand funktionieren“, so Krug.
Weitere Gruppen werden sich die Wirkungsanalysen und Einzelhandelsgutachten vorknöpfen, die Effekte großer Einkaufszentren auf Innenstädte untersuchen. Zuletzt sollen auch zu den Investoren selbst Nachforschungen angestellt werden. So will man, erklärt Krug, den Geldgebern des Projektes auf die Spur kommen. Zu klären sei weiterhin, wie und in welchem Umfang die Kosten für den städtischen Anteil an der Erschließung Eingang in den Rüsselsheimer Haushalt finden. Hierzu fehle bisher jegliche Information, so Krug. Das Gesprächsangebot von Oberbürgermeister Patrick Burghardt, der erklärte, auch die Abrissgegner in den Dialog einbeziehen zu wollen, will die BI auf jeden Fall wahrnehmen. Da man aber noch immer befürchten müsse, dass die Stadtverordneten einen Beschluss in Richtung Abriss fassen, bleibt auch ein Bürgerbegehren fest im Blick der BI-Aktiven, stellt Krug klar.
Was die schon vor einigen Tagen eingereichte Petition an den Hessischen Landtag angeht, ist die BI weiterhin guter Dinge. Womöglich, berichtet Krug, könnte das Papier sogar noch in der laufenden Woche auf den Tisch des Petitionsausschusses kommen.
Mehr zur aktuellen Diskussion über das Opel-Altwerk auf der Seite 10.
