Buchhändler Jansen kritisiert Pläne für Rüsselsheimer Opel-Forum
29.12.2011 - RÜSSELSHEIM
Von Ralf Schuster
Als „Investition für eine sich abzeichnende Leiche“ hat der Buchhändler und City-Aktive Hans-Jürgen Jansen das geplante Opel-Forum bezeichnet, weil er davon ausgeht, dass mit völlig falschen Zahlen gearbeitet werde, was die mögliche Kunden-Frequenz anbelangt. Auch werde die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt weitgehend außer Acht gelassen, kritisiert Jansen in einer Stellungnahme zu der neu aufgekommenen Diskussion, in die sich – wie berichtet – auch Ehrenbürgermeister Gerhard Löffert eingeschaltet hatte. Bei den aktuellen Überlegungen der Verantwortlichen würden ebenso gesättigte Märkte und ein Überangebot an Einkaufsmöglichkeiten keine Rolle spielen.
Jansen: Gesamtplanung fehlt, „Verslumung“ droht
Wenn nun den Investoren des Opel-Forums mit erheblichen Geldmitteln, die eigentlich gar nicht vorhanden sind, der Weg geebnet werde, spiele nicht einmal eine Rolle, dass gravierende Teile des historischen Altwerks abgerissen werden. Eine Gesamtplanung, die auch die weiteren Flächen berücksichtigt, die die Adam Opel AG in Zukunft veräußern wird, gebe es aber nicht, so Jansen.
Offen sei auch, welche Ankermieter vor diesem Hintergrund nach Rüsselsheim kommen werden und welche Banken die bereits erheblich reduzierten Mittel der Investoren für den Um- und Ausbau finanzieren wollen. Natürlich müsse ein kritischer Blick auf die Innenstadt geworfen werden, denn die Angebote der Geschäfte hätten in Teilen nachgelassen. Der Unternehmer stellt hierzu fest, dass Rüsselsheim zu einer Vielkulturenstadt geworden sei und die Kunden verstärkt „Schnäppchenmentalität“ zeigen würden. Hausbesitzer würden nicht in Immobilien in der City investieren, solange sie nicht wissen, ob man zukünftig die Fläche wirklich vermieten kann. Auch dies habe dazu geführt, dass die Innenstadt nicht attraktiver wurde.
"Viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel"
Mit dem Opel-Forum werden nach Ansicht von Jansen viele Arbeitsplätze in der Innenstadt verloren gehen und eine „Verslumung“ werde fortschreiten. Statt eines überflüssigen Einkaufszentrums könne die Stadt eher mit einem Konzept um Festung, Opel-Villen, Stadtpark und Mainvorland bis hin zu Rathaus und Marktplatz und einer Anbindung an das Altwerk bundesweite Ausstrahlung erfahren, in dem ein international bedeutendes automobiltechnisches Industrie-Museum Platz hätte. Auch für sein Bücherhaus müsse er prüfen, ob er nach der aktuellen Planung noch an diesem Standort bleibe. „Auf meine direkte und offene Ansprache der Fraktionen bezüglich der brisanten Situation ist keine Reaktion erfolgt.“
