Opel-Forum: Rüsselsheimer Ex-Bürgermeister Gerhard Löffert mahnt sorgfältige Entscheidung an
29.12.2011 - RÜSSELSHEIM
(red). Ehrenbürgermeister Gerhard Löffert appelliert in einem Schreiben an Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schneider, die Entscheidung zum Abriss von Gebäuden auf dem Opel-Altwerk-Gelände für den Bau eines Einkaufszentrums gut zu überlegen. „Die Entscheidung, die die Stadt Rüsselsheim über die weitere Entwicklung des Opel-Altwerkes zu treffen hat, scheint mir die schwierigste und folgenreichste nach Ende des Weltkrieges zu sein“, schreibt Löffert. Bisher habe man davon ausgehen können, dass bei einem Scheitern des Projektes die vorgesehenen minimalen Eingriffe in die Bausubstanz die Zukunft des Werkes als Industriedenkmal nicht entscheidend in Frage stellen würden. Bei den nun der Stadtverordnetenversammlung zugeleiteten Plänen zeige sich jedoch ein so massiver Eingriff, dass man von einer Zerstörung des einmaligen Ensembles ausgehen müsse. Die Entscheidung gleiche einer Operation am offenen Herzen. „Gelingt sie, darf die Stadt auf eine Wendung zum Guten hoffen. Wenn sie aber misslingt, ist der freie Fall der Stadt ins Bodenlose programmiert.“ Es würde auch kein Fundament mehr da sein, auf das dann ein Neuanfang gegründet werden könnte. „Das wichtigste, historisch bedeutsamste, ökonomisch nachhaltigste und für Rüsselsheim am meisten idenditätsstiftende Bauensemble wäre verloren.“
Die Vorlage zum Opel-Altwerk dürfe wegen ihrer Tragweite nicht wie jede andere Vorlage behandelt werden. Es müsse sichergestellt sein, dass ausnahmslos sämtliche Sichtweisen zu dem Thema jedem Entscheidungsträger hautnah vor Augen geführt werden. Der beste Kenner der kulturhistorischen Bedeutung des Opel-Altwerkes als herausragendes Kulturdenkmal sei der ehemalige Leiter des Stadt- und Industriemuseums und Beauftragte für die Route der Industriekultur in Hessen, Dr. Peter Schirmbeck. „Ich möchte anregen und Sie nachdrücklich bitten, ihm Gelegenheit zu geben, vor der endgültigen Entscheidung vor der Stadtverordnetenversammlung zu sprechen“, appelliert Löffert an Schneider. „Die Darlegung der Pläne der Investoren ist meiner Auffassung nach zu wenig.“ Besondere Entscheidungen hätten auch besondere und vielleicht ungewöhnliche Vorbereitungen zu ihrer Findung verdient.
