Neuer Nawi-Raum beendet Provisorium an Rüsselsheimer Humboldt-Schule
08.11.2011 - RÜSSELSHEIM
Von Detlef Volk
„Endlich ha‘m wir ‘nen neuen Nawi-Raum, ist das nicht ein Traum“: So sangen die Humboldt-Singers bei der offiziellen Übergabe der modernisierten Fachklassenräume an der Alexander-von-Humboldt-Schule zur Begrüßung. Die Humboldt-Singers unter der Leitung von Dieter Schönitz, der Schulchor der Europa- und Unesco-Schule, hatten in ihren Liedern den ganzen, rund zwei Jahre dauernden Umbau der Schule zusammengefasst. Am Ende sangen sie noch „Die Schulleitung hat sich getraut“ und lobten damit die Entscheidung zur Modernisierung der Schule.
Die Humboldtschule sei nun „auf dem neusten Stand der Technik“, sagte Bürgermeister Jo Dreiseitel (Grüne). Für die Schüler biete sich damit die besondere Möglichkeit, vermitteltes Wissen kritisch zu hinterfragen. Gerade das Internet biete hier vielfältige Informationen, aber auch Gefahren: „Nicht alles, was im Netz steht, muss auch der Realität entsprechen“, sagte Dreiseitel.
Flexible Raumnutzung künftig möglich
Die Stadt hatte als Schulträger aus den Bundes- und Landesfördermitteln 3,57 Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt. Damit habe der Unterricht in provisorischen Fachklassen und Pavillons ein Ende gefunden.
Dafür bekam die Schule sieben komplett neu ausgestattete multifunktionale Fachklassen mit einem spezifischen Deckensystem, das eigens für den naturwissenschaftlichen Unterricht konzipiert ist und die Flexibilität der Raumnutzung wesentlich erhöht. Internetsteckdosen an jedem Arbeitsplatz und interaktive Tafeln gehören dazu, ebenso wie die Vollverdunkelung der Physik-Fachklassen, schallschluckende Akustikdecken sowie neue Wand- und Fußbodenbeläge. Außerdem wurde für eine umfassende Wärmeisolierung gesorgt.
Um die markante Klinkerfassade zu erhalten, wurde der 14 Zentimeter dicke Wärmeschutz innen angebracht, erklärte Architekt Andreas Sedler. Automatisch gesteuerte Fenster sorgen im Sommer dafür, dass die Schule die Nachtkühle nutzen kann.
Kinder für Forschung und Lernen begeistern
„Wir haben jetzt eine Schule in der Schule bekommen“, sagte Schulleiterin Renate Pilgenröther-Kuntze. Sie hofft, damit die Kinder für Forschung und Lernen begeistern zu können. Dafür wurde in den fünften und sechsten Klassen der fächerübergreifende Nawi-Unterricht eingeführt. Und als Ganztagsschule wurde der 60-Minuten-Takt im Unterricht eingeführt, berichtete sie.
Als kleine Demonstration für die Feiergäste gab es Knallgas-Experimente mit Wasserstoff und später einen Rundgang durch die neuen Räume. Dreiseitel hatte zudem als Geschenk „die Schulhefte des 21. Jahrhunderts“ mitgebracht: 30 USB-Sticks.
