Nicht einfach nur draufgedrückt
18.10.2011 - RÜSSELSHEIM
FOTOWETTBEWERB Zum Thema „Die Straße lebt“ haben junge Fotografen beeindruckende Aufnahmen gemacht / Preisverleihung
(cl). Sie sind noch abgedeckt, wie etwas zu Enthüllendes. Doch dann wird die Stoffbahn zurückgeschlagen und es kommen Fotos zum Vorschein, beinahe einhundert, ausgewählt von beinahe zweihundert, allesamt im Straßenleben entstanden. Die Werke, mit Kinderaugen gesehen, setzen einen Schlusspunkt hinter die Ausstellung „Road Atlas“ in den Opelvillen.
Inspiriert von den Werken großer Straßen-Fotografen an den Wänden der Galerie, sind junge Fotografen im Grundschul-Alter losgezogen, ihre Sicht der Straße zu bannen. Die Juroren, „Main-Spitze“-Redakteur Stephan A. Dudek und der Rüsselsheimer Fotograf Frank Möllenberg, sehen sich mit der Qual der Wahl konfrontiert, mit einer Flut lebendiger, einfallsreicher, natürlich auch zaghafter, andererseits verblüffend origineller Motive. „Bei diesem Wettbewerb - es ist der vierte seiner Art - war ein deutlicher Qualitätsanstieg zu erkennen“, sagt Dudek. „Einsendungen so viel wie noch nie, und eben diese ungeheure Qualität.“
Für Lena Albrandt vom Sekretariat der Opelvillen, verantwortlich für den Wettbewerb „Die Straße lebt“, offenbart sich in den Fotografien, dass „die Kinder nicht nur draufgedrückt, sondern dabei auch etwas herausgefunden, entdeckt und empfunden haben“. Jurierte Bilder werden ins Computer-System des Hauses eingescannt. Außerdem hat Kuratorin Dr. Beate Kemfert für die Preisverleihung am Sonntag Briefumschläge mit ganz gewissen Inhalten vorbereitet. Der Hauptgewinn, eine Kamera, geht an Lea Zinngrebe von der Luise-Büchner-Schule in Groß-Gerau. Zwei Sondererwähnungen werden für ein Klassenprojekt der Goethe-Schule in Biebrich und wiederum die Luise-Büchner-Schule ausgesprochen. Weitere Sieger kommen auch aus den Reihen der Eichgrundschule und des Neuen Gymnasiums in Rüsselsheim.
Nach den Worten ihrer Mutter Sandra Hafenrichter hat Hanna, sieben Jahre alt, eine besondere Auseinandersetzung zu bestehen gehabt. „Hanna hat aus Schüchternheit alle Menschen aus 150 Meter Entfernung und von hinten fotografiert.“ Aha, und das bedeutet? „Wir haben sie ermutigt, sich zu trauen, nah heranzugehen und zu fragen, ob sie die Menschen fotografieren darf.“ Anders Charlotte Bernius. Sie hat „einen Fotoapparat dabei gehabt, mit dem man unter Wasser fotografieren kann, und damit sind sogar Fotos vom Auto heraus entstanden“.
Dr. Kemfert zeigte sich von Phantasie und Beschäftigung der Kinder mit Straße und Fotografieren angetan. Für die Kuratorin nämlich ist „es toll, dass so viele junge Fotokünstler nachkommen“.
