Von Michael Kapp
STANDESAMT Raunheim bietet Eheschließungen im neuen Trauzimmer und in der Mönchhofkapelle an
Im Standesamt Raunheim haben im vergangenen Jahr 59 Paare geheiratet. Gegenüber den Vorjahren ist damit ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Standesbeamtin Mirjam Hänel geht davon aus, dass sich der ein oder andere wegen des schönen Trauzimmers, das vor drei Jahren in der ehemaligen Druckerei hergerichtet wurde, entschlossen hat, im Raunheimer Rathaus zu heiraten. Sie selbst habe schon Leute dazu überreden können. Sogar ein Paar aus Rüsselsheim sei darunter gewesen, wozu es allerdings einer besonderen Genehmigung bedürfe.
Die gediegene Atmosphäre in dem neuen Trauzimmer, das bei einem Rathaus-Neubau im Stadtzentrum vielleicht schon bald der Vergangenheit angehört, wird allenthalben gelobt. Wie ursprünglich beabsichtigt, wird auch reger Gebrauch vom „Garten der Verschwisterung“, der über eine Treppe zu erreichen ist, gemacht. Dort wird auf das frisch gebackene Eheglück angestoßen. Früher blockierten die Hochzeitsgesellschaften den Zugang zum Rathaus.
Was die Heiratswilligen in der Mönchhofkapelle erwartet, die demnächst ebenfalls für Trauungen zur Verfügung stehen wird, kann Mirjam Hänel derzeit noch nicht einschätzen. „Das muss ich mir selbst erst mal anschauen“, sagt die Standesbeamtin. Ein Paar hat sich bereits für eine Trauung in der kleinen Kapelle angemeldet.
Auch wenn in Raunheim häufig „relativ kurzfristig“ geheiratet wird, geht Mirjam Hänel davon aus, dass das ein oder andere Paar am 10. Oktober (10.10.10) getraut werden möchte. Allerdings handelt es sich dabei um einen Sonntag. „Im Moment haben wir erst eine Anfrage“, erklärt die Standesbeamtin, die bisher 309 Ehen beziehungsweise gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften geschlossen hat.
Sollte wie geplant im nächsten Jahr ein Rathausneubau realisiert werden, werden sich die Heiratswilligen ohnehin auf neue Gegebenheiten einstellen müssen. Die Gebäude in der Schulstraße, in der sich auch das derzeitige Trauzimmer befindet, sollen dann verkauft werden. Überlegungen, Trauungen künftig im „Alten Forsthaus“ vorzunehmen, werden von der Standesbeamtin begrüßt. Mirjam Hänel stellt sich das sehr schön vor. Begeistert ist sie vor allem von dem Park, der eine ideale Kulisse für ein solches Vorhaben darstelle.
