Vortrag zum Frauentag im Stadtzentrum
(cwe). Unterdrückte, rechtlose Frauen oder selbstbewusste Musliminnen, die voller Stolz ihr Kopftuch tragen - das Fremdbild und das Selbstbild der Frauen im Islam geht oft meilenweit auseinander. Auf dieses Problem ging Munnazza Agil Khan bei ihrem Vortrag "Die Stellung der Frau im Islam" ein, den sie am Sonntag im Stadtzentrum hielt. Den Rahmen für diese Veranstaltung bot der Internationale Frauentag.
Khan erläuterte, dass negative Eindrücke und Vorstellungen über Musliminnen, insbesondere über Kopftuchträgerinnen oft durch negative Berichterstattung in der Presse vermittelt werden. Als Beispiel zeigte sie einen Aufmacher der FAZ-Sonntagszeitung über eine Demonstration gegen das Kopftuchverbot. Das Foto zu dem Artikel zeigte eine komplett verschleierte Frau, deren schwarzes Kopftuch nur noch die Augen frei ließ. Alles in allem ein befremdliches Bild einer Frau, die nicht glücklich wirkte. Dieses Bild sei aber gar nicht auf der Demonstration entstanden, sondern bilde eine Frau aus dem Gaza-Streifen ab, so Khan. Sie dagegen zeigte den Zuhörern Bilder, die tatsächlich von der Pro-Kopftuch-Kampagne stammten. Hier sah man ausnahmslos lachende, fröhliche Frauen in farbenfrohen Gewändern. Sie trugen Banner mit Sprüchen wie "Mein Kopftuch besteht zu hundert Prozent aus Baumwolle und zu null Prozent aus Terror!"
Doch nicht nur Bilder in der Presse suggerieren falsche Stimmungen und Eindrücke, so Kahn. Auch aus dem Zusammenhang gerissene Zitate erzeugten ein verzerrtes Bild. Sie zeigte einen Artikel aus dem Spiegel mit dem Titel "Allahs rechtlose Töchter". Hier wurde folgender Vers aus dem Koran zitiert: "Die Männer aber stehen über den Frauen, weil Gott sie vor diesen ausgezeichnet hat." Khan erklärte, der eigentliche Inhalt des vollständigen Verses sei, dass der Mann über der Frau stehe, um für sie zu sorgen und sein Einkommen für sie zu geben.
Doch wie sehen sich die Frauen im Islam selbst? Auch das brachte Kahn dem Publikum näher. Musliminnen hätten einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft und seien sehr karrierebewusst. So arbeiten in Ägypten beispielsweise doppelt so viele Professorinnen wie in Deutschland und im Iran gebe es sogar eine Mindestquote für männliche Studenten, da die Universitäten so stark von Frauen dominiert seien.
Khan scheute sich nicht, auch Missstände wie Ehrenmorde und Zwangsheirat anzusprechen. "Es gibt diese Probleme, aber man kann sie nicht mit dem Islam begründen." Die eigentliche Ursache hierfür seien festgefahrene Traditionen. Neben dem Vortrag gab es einen pakistanischen Basar mit einem Literaturstand und einer Hennabemalungs-Station. Auch traditionelle Gerichte sowie Kaffee und Kuchen wurden angeboten.

Naja, der Koran..
Soll das jetzt gut sein? Frauen an den Herd??? Für mich macht es keinen Unterschied, ob es eine Eva Herman oder eine auf sich bezogene muslimische "Frauenrechtlerin" sagt. Eine Frau kann machen was sie will, ohne religiöse Bevormundung.