Ab Samstag empfangen die beiden Raubkatzen Besuch
gir. Um 2 Uhr früh in der Nacht zum Dienstag trafen die beiden französischen Zirkustigerinnen "Natascha" und "Ghandi" nach mehr als acht Stunden Autofahrt im Rüsselsheimer Tierheim ein. Gegen acht Uhr wurden sie dort in ihr neues Quartier gebracht. Sehen können die Rüsselsheimer die zwei etwa vier Jahre alten Raubkatzen aber erst ab Samstag. Um zehn Uhr soll sich für die Tiere die Klappe zu ihrem Außengehege im Tierheim öffnen. Bis dahin hat die Tierärztin den beiden Tigerdamen Ruhe im Tigerhaus verordnet, erklärte Tierheimleiterin Judith Wagner gestern der "Main-Spitze". Auch Fotos dürfen bis da hin nicht von ihnen geschossen werden. Denn im Körper der beiden Großkatzen müsse sich jetzt zunächst einmal das Narkosemittel abbauen, dass ihnen gespritzt worden sei, um sie von ihrem Gehege in einem privaten Lübecker Tierpark in die Transportboxen für die Fahrt zu bekommen, die dort nicht direkt andocken konnten. Tigerin "Natascha", mit rund 200 Kilogramm Lebendgewicht die größere von beiden, musste dafür sogar nachnarkotisiert werden. Ein Gegenmittel wurde den Tieren noch vor Antritt der Fahrt gespritzt. "Natascha" hätten die Verantwortlichen in Rüsselsheim dann nach der Überführung mit flacher Atmung vorgefunden, weshalb sofort die Tierärztin eingeschaltet worden sei, da man Angst hatte, der Tigerin könnte der Kreislauf komplett wegsacken, was jedoch nicht eingetreten sei, berichtete Judith Wagner. Recht schnell seien die beiden Tigerinnen morgens aus ihren Transportboxen gekommen. Die 170 Kilo schwere "Ghandi" habe erst einmal argwöhnisch aus der Box geschaut. "Natascha" sei dagegen gleich aus der Kiste geschossen. Abends gab es für die beiden Tiere dort erstmals Fressen - die Hälfte ihrer ansonsten üblichen Portion Rindfleisch. Für die Tiere musste eine neue Bleibe gefunden werden, nachdem die Stadt Lübeck den auf ein Jahr befristeten Aufenthalt nicht verlängert hatte.
