mw. Zu einer "Aktion Rüsselsheimer Demokraten zum 1. Mai" trafen sich am Dienstag in der Rathausrotunde mehr als 120 Bürger aus Politik, Kultur und Sport. Eingeladen hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Initiative gegen Rechtsextremismus. Anlass waren die für den Mai-Feiertag angekündigten Kundgebungen des Landesverbandes der NPD in Raunheim und sodann in Rüsselsheim. Vorgestellt wurde ein "Rüsselsheimer Appell" der Veranstalter. Sie wollen am 1. Mai "eine überzeugende Antwort" geben. Die Parole lautet: "Rüsselsheim bleibt bunt - und wird niemals braun". Für Neonazis sei hier kein Platz. Die Teilnehmer waren aufgerufen, eigene kulturelle, sportliche, gesellschaftliche, kulinarische, folkloristische und weitere Beiträge zum Gelingen eines bunten Maifestes zu überlegen, das auf acht Innenstadtplätzen gefeiert werden soll. Die Stadtverwaltung sagte logistische Hilfe zu, die sie auch bei früheren Veranstaltungen zum 1. Mai geleistet hatte. Die Unterstützung ist insbesondere technisch, beinhaltet die Bereitstellung von Beschallungsanlagen. Vertreter verschiedenster Organisationen sagten zu, nun in ihren Gruppierungen Ideen aufzutreiben, sowie Menschen, die aktiv zum Gelingen des Festes beitragen werden. Zumal auch der Verein der "Naturfreunde" wie berichtet auf seine traditionell gut besuchte Maifeier im Wald verzichtet und die Besucher auffordert, sich in der Innenstadt zu beteiligen, rechnen die Veranstalter mit reichem Zuspruch. Im "Appell" wird das Fest bereits beschrieben. Alle Bürger werden aufgefordert, an diesem Tag in die Innenstadt zu gehen und auch darüber hinaus dafür zu sorgen, dass Rüsselsheim bunt, fröhlich, friedlich bleibe. "Je zahlreicher wir sind, desto deutlicher wird die Absage an alle, die unsere Stadt zu ihrem Aufmarschgebiet machen wollen." Weiter heißt es: "Wir leben in einer Stadt des Friedens. Auch Probleme lösen wir gemeinsam. In zwölf Jahren Nazi-Diktatur haben wir schmerzhaft erfahren, was Naziherrschaft bedeutet: Unterdrückung und Gewalt, Menschenverachtung, Zerstörung und Tod. Das darf sich niemals wiederholen. Deshalb dürfen wir Neonazis nicht gewähren lassen." Die Auftaktkundgebung mit Demonstrationszug über den Friedens- zum Europaplatz beginnt laut ersten Planungen um 9 Uhr auf dem Lassalleplatz. Um 11.30 Uhr fahren Sonderbusse nach Raunheim. Weitere Kundgebungen gibt es um 15 Uhr auf dem Bahnhofsplatz, um 18 Uhr auf dem Marktplatz, mit dem OB und DGB-Rednern, ab 14 Uhr gerahmt von bunten Attraktionen.
