Von Ralf Schuster
Positive Reaktionen auf "Racing Days" / OB Gieltowski sieht Profilierung
Allgemein positiv fielen gestern die ersten Reaktionen nach den "Racing Days" aus. "Sehr zufrieden" zeigte sich allen vorneweg Dirk Schäfer als Präsident des Gewerbevereins und somit Vertreter der Veranstalter. Die wichtigsten Ziele habe man auf jeden Fall erreicht: Eine erhöhte Besucherzahl bei gleichzeitig höchster Sicherheit. Das interne Organisationsteam habe eine entsprechend positive Bilanz gleich gestern morgen gezogen. Und hochzufrieden war man vor allem über die abendlichen Aussagen von Polizei und Ordnungsamt, dass es keine Probleme gegeben habe. Hoch geehrt fühlte man sich schließlich von den Abschiedsworten des bekannten Moderators Johannes Hübner, dass die Veranstaltung in Rüsselsheim von ihrer Professionalität her Formel-1-Niveau erreicht habe. Alles zusammengerechnet seien vermutlich knapp eine halbe Million Euro ausgegeben worden, um die "Racing Days" auf die Beine zu stellen, meint Schäfer. Die Stadt könne eine solche Veranstaltung sicher gut gebrauchen. Der Gewerbechef lobte vor allem das gute Zusammenspiel mit städtischen Behörden, Betriebshöfen, Polizei, Feuerwehr und Stadtwerken. Hinter die Politik setzt er indes noch ein Fragezeichen, auch was eine eventuelle Fortsetzung in zwei Jahren betrifft. Ein solches "Geplänkel", wie in den letzten Monaten, als es um Verdopplung des Zuschusses und dessen Begründung in öffentlichen Debatten und mit zum Teil knappen Mehrheiten ging, wolle man nicht ein zweites Mal über sich ergehen lassen, versichert Schäfer. Der Gewerbeverein werde rechtzeitig einen Vorschlag liefern und erwarte dann eine Entscheidung, "aber keine lächerliche Konzeptdiskussion" Oberbürgermeister Stefan Gieltowski glaubt, dass die "Racing Days" gegenüber ihrer Erstauflage von 2006 "deutlich an Qualität gewonnen" haben, auch in der Art der Angebote. Rüsselsheim habe sich gut als Automobilstadt im Rhein-Main-Gebiet präsentiert, und zwar mit zeitgemäßen Angeboten ebenso wie in historischer Tradition. Die Programmvielfalt habe zudem für alle Altersgruppen etwas geboten, so das SPD-Stadtoberhaupt Und die Sicherheit sei "viel durchdachter" gewesen. Lediglich an einem passenden Helm für Gieltowskis Brille mangelte es: So konnte er nicht am Promi-Kart-Kennen zum Auftakt teilnehmen. Der OB meint, Skeptiker in den Reihen der Politik müssten eines besseren belehrt worden sei. Den Gewerbeverein hält er für gut beraten, eine Fortsetzung der Autoschau in Angriff zu nehmen, weil dies der Profilierung der Firmen im Hasengrund ebenso diene wie dem guten Bild vom ganzen Standort Rüsselsheim. Am Stand des "Treffpunkt Innenstadt" bei den "Racing Days" habe er viele neue Kontakte knüpfen können, erklärte dessen Sprecher Thomas Bach. Es seien nämlich viele Besucher von weit außerhalb gekommen, was für ein positives Fazit spreche. Bach findet indes auch Hinweise darauf, was wegen des nicht erhöhten städtischen Zuschusses weggefallen sei: An der Werbung und Information im Vorfeld, um zum Beispiel Besucher zu allen Attraktionen hinzuführen, habe es zum Teil gemangelt. Generell sei die Veranstaltung jedoch wichtig, um für Rüsselsheim anziehend zu wirken. Als Vertreterin der Opposition zeigte sich die CDU-Fraktionsvorsitzende Hannelore Lenz im Nachhinein sehr denkbar für das "riesige Engagement", das der Rüsselsheimer Gewerbeverein gezeigt habe. Sie beglückwünschte ihn zu dieser Leistung. Für die Stadt sei die Veranstaltung ein wichtiger Faktor. Die Parlamentsentscheidung vom Juni, 25 000 Euro, aber nicht das Doppelte bereit zu stellen, halte sie auch im Nachhinein für richtig, man solle ruhig den Weg der Unterstützung durch Sponsoren fortsetzen. Mit welchen Zuschüssen es künftig weitergehe, das werde man bei der Vorlage der von den Stadtverordneten geforderten Abrechnung sehen. Persönlich gut überstanden hat Hannelore Lenz im Übrigen ihren Einsatz im roten Overall beim Eröffnungs-Kartrennen: "Aber es war ganz schön anstrengend".
