Von Alexandra Ehrhardt
Knapp 30 000 Besucher bei den "Racing Days" auf zwei Quadratkilometer großem Areal
Alles, was Räder oder Beine hatte, war willkommen. Bei der zweiten Auflage der "Racing Days" hat der Gewerbeverein Laien, Profis und Motorsportfans in das Gewerbegebiet "Hasengrund" gelockt. Knapp 30 000 Besucher schlenderten von Freitag bis Sonntag übers Racing-Areal.
Motorengeheul, Benzingeruch, Oldtimerschauen, Kartrennen, Novitäten auf dem Automobilmarkt, und, und, und. Für die zweiten "Racing Days" hatte der Gewerbeverein alles aufgefahren, was das Herz von Fahrzeugliebhabern höher schlagen lässt. Belohnt wurden die Organisatoren mit einem Mehr im Vergleich zur ersten Veranstaltung 2006 von 10 00 Besuchern. "Vielen mag es im Areal nicht so voll vorgekommen sein, da sich die Besucher durch die Ausweitung des Areals stärker verteilt haben", sagte Gewerbeverein-Präsident Dirk Schäfer, dem die Qualität der Angebote jedoch wichtiger als die Quantität der Besucher war. Stolz und zufrieden ist der Gewerbeverein besonders deswegen, weil wegen des gekürzten städtischen Zuschusses von 25 000 Euro statt der beantragten 50 000, kurzfristig Sponsorengelder akquiriert werden mussten. "Wir haben lediglich bei der Werbung Abstriche machen müssen, der Sicherheitsaspekt konnte trotz der gekürzten Mittel wie geplant ausgeführt werden", so Schäfer. Das wichtigste Ziel des Veranstalters, den Sicherheitsstandard insgesamt zu verbessern, ist laut Schäfer erreicht worden. "Rund 100 Sicherheitskräfte waren im Einsatz - doppelt so viele wie 2006. Außerdem wurden die Absperrgitter erweitert und an noralgischen Punkten der Strecken keine Zuschauer zugelassen." Lob gab es nicht nur von vielen Besuchern, sondern auch vom "Treffpunkt Innenstadt". "Wir sind sehr zufrieden. Unser Kundenkreis konnte erweitert und der neue Einkaufsführer verteilt werden", sagte City-Managerin Sandra Ehrenstein. Trotz heulender Motoren und gefährlicher Stunts bescheinigten Polizei und Malteser der Großveranstaltung eine friedliche Stimmung. "Seitens der Polizei kam es zu keinen Einschreitungen", resümierte Karsten Pönitzsch, der Dienstgruppenleiter der Polizei. Ähnlich fällt die Bilanz der Malteser aus. "Abgesehen von Kleinigkeiten wie Wespenstichen, gab es keine nennenswerten Verletzungen. Beim Sechs-Stunden-Rennen kam es zu einer Kollision zwischen einem Kart und einem Streckenposten. Nach kurzer Pause konnten beide Beteiligten wieder weiter machen", weiß Thomas Kirdorf, der Einsatzleiter des Hilfsdienstes bei den "Racing Days". Weil sich die Streckenbegrenzung verschoben hatte, wurde der Pirelli-Cup gegen 17.30 Uhr vorzeitig beendet, die Sieger standen laut Heiko Herrmann, dem Geschäftsführer des Gewerbevereins, durch die Rundenzahlen bereits fest. "Dank dieser Veranstaltung kann sich die Stadt bei einer weiteren Auflage vielleicht als Motorstadt etablieren", glaubt der Groß-Gerauer Motorsportfan Gaspare Lombardo, der besonders von den vielen Oldtimern beeindruckt war. Kritik kam jedoch von Seiten einiger Anwohner, die sich über die regelmäßigen Alarmfahrten der Feuerwehr mit Kindern beschwerten. "Wir haben diese Fahrten im Vorfeld kommuniziert und hoffen, dass die Leute schnell bemerkt haben, dass der Alarm zur Show gehörte", so Schäfer. Um mit den dreitägigen "Racing Days" die Stadt Rüsselsheim im öffentlichen Bewusstsein stärker als Automobilstadt zu verankern, hatte der Gewerbeverein während der Vorbereitungen und bei der Veranstaltung rund 3 500 ehrenamtliche Stunden geleistet und im Drivers-Check-Inn täglich Mittagessen für 150 Helfer bereitgestellt. Eine dritte Auflage schließt der Dirk Schäfer nicht aus. "Die Entscheidung über eine Wiederholung liegt nicht allein in meinen Händen. Ich wünsche mir allerdings im Vorfeld zu einer dritten Veranstaltung ein eindeutiges und rechtzeitiges Votum von der Stadtpolitik als Bekenntnis zu den `Racing Days`."
