Von Alexandra Ehrhardt
Fahrzeugpräsentationen faszinieren bei "Racing Days" mit Details zu Technik und Historie
Die Fahrzeugpräsentationen im Hasengrund waren Leckerbissen für Rennwagen-Fans. Wer hier Renngeschichte an sich vorbeifahren sah, konnte Motorengetöse hören und sich von Benzin- und Reifengeruch betören lassen.
Im Abstand von nur wenigen Minuten kommen die Rennwagen geflitzt. Die Fahrer sind darum bemüht, alles aus den zum Großteil geschichtsträchtigen Renngefährten herauszuholen und damit den Glanz vergangener Tage noch einmal aufzupolieren. FFH-Autodoktor und Moderator Johannes Hübner vom AvD weiß genau, welche Fragen er stellen muss und füttert sein Publikum mit Details rund um Technik, aber auch Renngeschichte. Hübners Partner am Mikrofon ist Opel-Classic-Leiter Heinz H. Zettl, der aus dem Nähkästchen der Oldtimerwerkstatt plaudert: "Mit den Fahrzeugen sind wir auf etwa 160 Veranstaltungen im Jahr unterwegs." Für seine rasante Abreise zum Fahrer-Check-Inn sucht sich Zettl dann den restaurierten Opel Ascona 400 aus, mit dem Arri Vatanen 1983 die Safari-Rallye gewann. Er ist schnell, er ist laut, er ist gelb: Der "Steinmetz-Commodore A". Der Youngtimer, Baujahr 1970, mit seinen 300 PS und sechs Zylindern wird mittlerweile von Oliver Steinmetz, dem Sohn des Entwicklers Klaus Steinmetz, bei besonderen Anlässen präsentiert. Dass der Flitzer heute wieder rennfertig ist, glaubt das gebannte Publikum angesichts der rasanten An- und Abfahrt gerne. Was dann kommt, kann es mit jeder Hochzeitskutsche aufnehmen: Der "Cadillac Imperial Phaeton", Baujahr 1930, wird auch "Prince of Rhodesia" genannt und verbirgt 120 PS unter seiner himmelblauen Motorhaube. 5 500 US-Dollar hat das Schmuckstück mit beleuchtetem Trittbrett neu gekostet, heute kann man den von einem Deutschen via Ebay gekauften Oldtimer mieten. Auch Liebhaber von Motorradgespannen kommen auf ihre Kosten: Gleich zwei seltene Modelle werden auf der "Iron Street" bewundert. Dass man als Beiwagen-Fahrer einst nicht passiv im Seitenwagen sitzen konnte, bewiesen die Beifahrer. Je nach Kurve müssen sie in ihren Oldtimern wahre Kunststücke vollführen, damit sich das Gefährt nicht überschlägt. Das Publikum lernt: Balance ist beim Motorradgespann-Fahren mindestens genauso wichtig wie ein eingespieltes Miteinander zwischen Fahrer und Beiwagen. Auch Thomas Hummel gehört zu den Hunderten von Fans am Absperrgitter. Mit einer großen Fotokamera hält er das automobile Geschehen direkt vor seiner Nase fest. "Die ganze Veranstaltung ist super organisiert. Schade nur, dass der Präsentationsparcours diesmal gesperrt ist", so der Rüsselsheimer. Sein Lieblingsfahrzeug hat er jedoch nicht gesehen. "Das kommt erst im November heraus", verrät er schmunzelnd. Wem die kompetente und kompakte Moderation von Hübner zu schnell war, der durfte die Old- und Youngtimer auf dem großzügigen "Racing Days"-Areal in aller Ruhe besuchen. Hier schreitet Markus Kunz mit Kennerblick die in einer Reihe stehenden Wagen ab. Sein Augapfel steht bereits fest: Der schwarze Lotus Replika Super Seven hat es dem Flörsheimer angetan. "Die alte Optik, der neue Motor und die Tatsache, dass der Wagen TÜV-abgenommen ist, macht ihn einfach zu einem guten Klimmzug", schwärmt er.
