Von Detlef Volk
BAUMASSNAHME Die ersten Teile für die neue Unterführung in Nauheim stehen
Um 13.26 Uhr war es soweit: Das erste Bauteil für die neue Bahnunterführung am Nauheimer Bahnhof steht an seinem Platz. Zahlreiche Zuschauer, darunter auch Mitglieder von Gemeindevertretung und -vorstand, ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen.
Bereits im Vorfeld hatten große Hinweisschilder auf die Sperrung des Bahnübergangs hingewiesen. Trotzdem wollten immer noch während der Bauarbeiten die Leute an gewohnter Stelle die Schienen überqueren. Freundlich, aber bestimmt, wurden sie vom Sicherheitspersonal daran gehindert. Erst am Montagmorgen gegen 4.30 Uhr war der Übergang wieder offen.
Am Samstagabend um 22 Uhr war mit den Arbeiten begonnen worden. Das Gleis am Hausbahnsteig wurde gesperrt, die Oberleitung abgeschaltet und zur Seite gelegt. Anschließend wurden die Gleise durchtrennt und die Baugrube ausgehoben. Wasserhaltung war durch den trockenen Sommer nicht nötig.
Mit etwas Verzögerung konnten dann am Sonntag die angelieferten Betonfertigteile eingepasst werden. Eigentlich hatte der Zeitplan vorgesehen, dass um 12 Uhr bereits das zweite der insgesamt drei Tunnelteile an seinem Platz ist. So konnten die Zuschauer, wenn sie sich auf der richtigen Seite der Baustelle befanden, einen Blick in die Baugrube werfen und den Arbeitern beim Betonieren des Fundaments zusehen.
Die Sicherheit auf der Baustelle wurde dabei groß geschrieben. Wer von den Gemeindevertretern oder interessierten Anwohnern an die Baugrube heran wollte, wurde von Projektleiter Thiemo Glomb mit orangefarbenen Warnwesten und Helmen ausgestattet.
Während in der Baugrube betoniert wird, fahren weiter die Züge auf dem zweiten Gleis vorbei. Zwar mit verminderter Geschwindigkeit, doch 70 Kilometer pro Stunde sind in der Nähe auch nicht ohne.
Kurz vor 13 Uhr wurde es dann still auf der Baustelle. Am Autokran schwebte das erste, 34 Tonnen schwere, Bauteil durch die Luft und wurde in die fünf Meter tiefe Baugrube abgelassen. Nach rund einer Viertelstunde sitzt der Koloss an seinem Platz und das Mittelstück kann folgen. Das ist mit 48 Tonnen deutlich schwerer, wird die Hauptlast der Schienen tragen müssen. Nachdem alle drei Teile an ihrem Platz sitzen, werden sie abgedichtet, verschlossen und die Grube wieder verfüllt. Glomb hofft, bis zum Ende der Sperrpause um 4.30 Uhr die Arbeiten beenden zu können. „Jede Minute Verzögerung kostet viel Geld“, sagte er.
Am Wochenende von Samstag, 24. Juli, 22 Uhr bis Montag, 26. Juli, 4.30 Uhr ist der Bahnübergang erneut komplett gesperrt. Der Bahnhof wird während dieser Zeit weiter fahrplanmäßig bedient.
