Unabhängiger Kandidat Kurt Gremm will Bürgermeister von Nauheim werden
18.02.2010 - NAUHEIM
Von Detlef Volk
Aus Ärger über den Amtsinhaber war Kurt Gremm vor zwei Jahren die Idee gekommen, als unabhängiger Bürgermeisterkandidat anzutreten. Der Entschluss hat sich auch nach dem Rückzug von Bürgermeister Ingo Waltz (SPD) weiter gefestigt. „Ich trete auf jeden Fall an“, sagt Gremm.
Es war die Vorgehensweise der Verwaltung damals gewesen, die den Ausschlag gegeben hatte. Der heute 47-Jährige wollte sich vor zwei Jahren mit einer Seniorenbetreuung selbständig machen und fühlte sich dabei von der Gemeindeverwaltung im Stich gelassen. „Das kann auch anders laufen“, meint Gremm und hat sich deshalb als Motto „ein Nauheimer für Nauheim“ ausgewählt.
"Nerviger, stressiger Job"
Um sich auf das Bürgermeister-Amt vorzubereiten hat Gremm in den vergangenen Monaten einige unabhängige Bürgermeister besucht und sich über Aufgaben, Pflichten und Möglichkeiten informiert. Dabei wurden nicht nur die schönen Seiten geschildert. Treburs Bürgermeister Jürgen Arnold habe ihm sogar abgeraten. Der Job sei stressig, nervig und man lege sich mit vielen an. Aber die Unabhängigkeit sei gut, Vorschläge und Anträge könnten objektiv und nicht nach Parteizugehörigkeit bewertet werden.
Als Ziele für seine Arbeit hat Gremm Ehrlichkeit, Transparenz und Zusammenarbeit genannt, statt immer nur das ewige Gegeneinander wie derzeit. Eigentlich sollten in der Gemeindevertretung nur Bürger ohne Parteizugehörigkeit sitzen. „Die Parteien blockieren sich gegenseitig“, meint er.
Gremm sprudelt vor eigenen Ideen, musste aber bereits die Erfahrung machen, dass in der Politik oft abgekupfert wird. Auf seiner Homepage hatte er als Form der Kontaktaufnahme eine „Bürgersprechstunde“ und die Ampelabschaltungen angeregt, die von anderen jetzt umgesetzt werden. „Das zeigt, meine Homepage wird beachtet“, nimmt er den Fall sportlich.
"Werbung ohne Plakate und Termine vor Einkaufszentren"
Auch beim Thema „Feldchen“ und beim Bahnübergang setzt er eigene Akzente. Wäre es nach ihm gegangen, bliebe der Bahnübergang offen. „Die Unterführung trennt mehr, als sie verbindet“, sagt er. Beim „Feldchen“ vermisst er die Beteiligung der Bürger. „Warum werden die Nauheimer Bürger nicht gefragt, die müssen die nächsten 20 Jahre damit leben“, fragt er.
Für den Job im Rathaus werden Kenntnisse gebraucht, weiß Gremm. Grundkenntnisse in Verwaltung und Verwaltungsrecht müssten sein. Aber: „Mit klarem Menschenverstand ist da alles zu machen.“ Vor allem will er als Bürgermeister die Bürokratie abbauen und den Menschen wirklich helfen. Aus eigener Erfahrung: So droht ein weiteres Projekt von ihm an der Bürokratie zu scheitern. Für die Nauheimer Kindergärten will er am 8. Mai ein Benefizkonzert veranstalten, hat aber noch keine Genehmigung erhalten.
Über mangelnden Kontakt zur Bevölkerung könne er sich nicht beklagen, erzählt er weiter. Zuspruch gebe es sowohl von den Handball-Kameraden, als auch von den Senioren. Gremm hat sich inzwischen mit der „Generationenhilfe – es Kurtche“ selbstständig gemacht.
„Die 62 Unterschriften für die Kandidatur kommen zusammen“, ist er sich sicher. Großes Wahlkampfgetöse werde es aber nicht geben. „Ich mache anders Werbung, ohne Plakate und ohne Termine vor Einkaufszentren“, sagt er.
