Von Dieter Ackermann-Girschik
"Ohrkanus" an die Besten der Branche verliehen
Seit seiner Kindheit ist Thomas Birker Hörspielfan. "Ein gutes Hörspiel ist für mich Kino für die Ohren", sagt der 34-jähre, der inzwischen selbst Hörspiele produziert. Am Samstag lud er nun sogar zur ersten "Hörspielcon", einer Messe für die Hörspiel- und Hörbuchbranche, in der Rüsselsheimer Stadthalle ein. Und auch wenn sich die Repräsentanten der kleinen, aber feinen Hörspiellabels aus dem Ruhrpott, aus Hamburg, Hannover, Stuttgart oder Salzgitter mehr Umsatz und mehr Gäste als die bis zum späten Nachmittag rund 75 zahlenden Besucher gewünscht hätten und die ganz großen Hörspielverlage (noch) nicht vertreten waren: Der Rüsselsheimer Thomas Birker wurde für sein Engagement von den Teilnehmern allenthalben gelobt. Wiederholung geplant "Ich fand es schade, dass es für Hörspiele und Hörbücher keine eigene Messe gibt", sagte Birker über seine Beweggründe, die "Hörspielcon" zu veranstalten. Auch er hätte sich mehr Gäste gewünscht, konnte aber mit der Resonanz am Wochenende gut leben. In jedem Fall soll es die Messe kommendes Jahr wieder geben. Und dass die bei ihrer Premiere vertretenen Labels ihren Fans beste Hörspielqualität bieten, das konnte selbst die wenig berauschende Beschallungsanlage der Stadthalle nicht verbergen. Die darüber präsentierten Auszüge von Thrillern, Grusel- und Fantasie-Geschichten oder aus den geheimnisvollen "Psi-Akten", mit Helden wie "Tony Ballard", "Caine" oder der kecken Ameise "Andi Meisfeld", unterstrichen die Professionalität, mit der Produzenten, Autoren und Sprecher hier zu Werke gehen. Neuer Hörspiel-Preis Selbst ein neuer deutscher Hörspiel-Preis, der "Ohrkanus", wurde auf bei der Messepremiere erstmals vergeben. Nach dem Willen seiner Initiatoren soll er neben dem etablierten "Hörspielaward", einem reinen Publikumspreis, ebenfalls zum ernstzunehmenden, alljährlich vergebenen Preis der Branche werden. Im Gegensatz zum "Hörspielaward" etwa entscheiden dabei neben den Hörern zu je einem weiteren Drittel auch Hörspielmacher und Kritiker über die Preisvergabe, erklärte der Vorsitzende der "Ohrkanus"-Jury, Olaf von der Heydt, der "Main-Spitze". In der Kategorie "Bestes Hörspiel" ging der "Ohrkanus" an Klaus-Peter Wilms vom Verlag "Hörformat" für das Stück "Peter Lundt und das Eckige im Runden". Als bester Sprecher wurde Torsten Michaelis, der auch die deutsche Synchronstimme von Wesley Snypes spricht, für seine Hauptrolle in der Hörspielreihe "Caine" ausgezeichnet; als bestes Label "Lübbe Audio". Der Ehrenpreis ging an Heikedine Körting und Prof. Dr. Andreas Beurmann, Regisseurin und Macher des seit Anfang der siebziger Jahre erfolgreichen Hörspiellabels "Europa". Die Messe ist auch im Internet vertreten und zwar unter www.hoerspielcon.de.
